So entstehen unsere Rezepte

Meinen Beiträgen, Rezepten und Bewertungen könnt ihr vertrauen – das ist mein Versprechen an euch. Aber was heißt das eigentlich konkret? Auf dieser Seite zeige ich euch, wie ein Rezept bei „Backen macht glücklich“ entsteht: vom ersten Einfall bis zum fertigen Foto. Und ich erkläre ehrlich, welche Rolle moderne Technik dabei spielt (und welche nicht).

Vom ersten Einfall zum fertigen Rezept

Die Inspiration: Viele meiner Rezepte basieren auf Familien- und Grundrezepten. Die wichtigste Lehrerin war und ist meine Oma. Dazu kommen saisonale Ideen, Klassiker, die ich neu interpretiere, und ganz oft eure Wünsche aus den Kommentaren. Die meisten Ideen stammen aus meinem persönlichen Themenplan, den ich laufend pflege.

Dabei achte ich auf Abwechslung: süß und herzhaft, saisonal passend, verschiedene Arten von Gebäck, gesund und üppig. Oft konkretisiere ich eine Idee durch Recherche: Was wird gerne gebacken? Ist die Variante vom Blech sinnvoller oder aus der Springform?

Die Entwicklung: Aus der Idee wird ein erster Rezeptentwurf, zunächst auf Papier: Ich überlege mir, aus welchen Komponenten das Rezept bestehen soll – welcher Teig, welche Füllung, welcher Belag –, vergleiche ähnliche Rezepte aus meinem Archiv und entwickle daraus eine in sich stimmige Variante. Das Rad erfinde ich dabei nicht immer neu; Basics wie ein Rührteig sind einfach Standard. Dann folgen die genauen Mengen, Temperaturen und Zeiten. Hier hilft mir meine langjährige Erfahrung als Bäckerin und Foodjournalistin: Ich weiß, welche Zutat welche Aufgabe im Teig hat und an welchen Stellschrauben ich drehen kann.

Das Testbacken: Jedes Rezept wird mehrfach gebacken, bevor es auf den Blog kommt. Oft backe ich viele verschiedene Varianten eines Rezepts, um die beste zu finden – bei kniffligen Themen wie Low-Carb-Cookies oder Macarons brauche ich auch mal ganze Testreihen, bis ich zufrieden bin. Die ersten Versuche mache ich außerdem oft bewusst kleiner: Bei einem Blechkuchen backe ich zum Beispiel nur ein halbes Blech, bei Muffins reduziere ich die Menge. Denn was entsteht, soll auch gegessen werden. Einfrieren lässt sich schließlich nicht alles, und für die Tonne möchte ich nicht backen. Beim Backen mache ich mir detaillierte Notizen: Was funktioniert gut? Was war unerwartet? Welche Hinweise sind wichtig? Manchmal klappt es beim ersten Versuch, manchmal braucht es zwei oder drei Anläufe; je nachdem, wie aufwendig oder ungewöhnlich das Rezept ist. Gerade bei gesünderen Kreationen, etwa mit Mehlalternativen, geht oft einiges schief, dann brauche ich länger.

So ungefähr sehen diese Notizen dann aus:

Der Feinschliff: Erst wenn das Ergebnis überzeugt, schreibe ich das Rezept auf: mit allen Tipps und Geling-Tricks aus dem Testen. Dann fotografiere ich (oft an die 80 Bilder pro Shooting), sortiere aus, bearbeite die Fotos und mache den Post fertig für die Veröffentlichung. Insgesamt stecken in einem Beitrag oft 15 bis 20 Stunden Arbeit – vom ersten Planungsschritt bis zum fertigen Text mit Bildern.

Ihr wollt selbst Rezepte entwickeln?
Auf dieser Seite geht es darum, wie unsere Rezepte entstehen – damit ihr einschätzen könnt, was hinter jedem einzelnen steckt. Wenn ihr dagegen selbst eigene Backrezepte entwickeln möchtet, nehme ich euch in „Rezeptentwicklung: So entstehen meine Backrezepte“ in fünf Schritten mit durch meinen Weg – von der Idee bis zum fertigen Rezept.

Die strengsten Kritiker: meine Familie

Ich selbst probiere natürlich alles ausführlich, bin als Bäckerin aber vielleicht nicht ganz objektiv 😉 . Die besten Kritiker sind also mein Mann und unsere Kinder, dazu Familie, Nachbarn und Freunde. Was bei den Testessern durchfällt, schafft es erst gar nicht auf den Blog. So einfach ist das. Klasse statt Masse! Manchmal hole ich mir sogar eine ganze „Horde an Kindern“ als unabhängige Testesser dazu – so geschehen bei meinem 5-Minuten-Tassenkuchen. Auch Jan urteilt gnadenlos ehrlich: Sein Kommentar beim Lemon-Curd-Testessen lautete „So lecker, dass es schon wieder verboten werden müsste.“

Zwei Rezepte mit besonders viel Aufwand

Wenn ihr ein Beispiel sucht, wie viel Zeit und Sorgfalt in einem einzelnen Rezept stecken können – hier sind zwei, die einiges an Arbeit und teils Nerven gekostet haben:

Mein Cookie-Grundrezept: An der perfekten Konsistenz habe ich über Jahre hinweg gearbeitet – für diesen Beitrag habe ich rund acht Varianten getestet, mit unterschiedlichen Zuckersorten, Fettanteilen, Back- und Kühlzeiten.

Die Yogurette-Torte: Manche Rezepte laufen einfach nicht glatt, hier ist erst mal so gut wie alles einmal schiefgegangen: Böden zu flach, Creme zu knapp, Riegel matschig, Topping unberechenbar. Genau dadurch ist am Ende ein Rezept entstanden, das funktioniert. Mit all den Hinweisen, die man vorher gern gewusst hätte.

Echte Fotos statt Foodstyling-Tricks

Alle Backrezepte und Fotos auf diesem Blog sind „echt“: keine abgeschriebenen Anleitungen mit Symbolfotos, die nichts mit der Realität zu tun haben, und keine Tricks wie Rasierschaum oder Haarlack auf dem Kuchen. Was ihr auf den Bildern seht, wurde genau so gebacken – und danach auch gegessen 🙂 Fotografiert wird übrigens in unserem eigenen kleinen Fotostudio im Keller.

Eure Rückmeldungen machen die Rezepte besser

Ein Rezept ist bei uns nie „fertig“: Ich lese wirklich jede einzelne Nachricht von euch und nehme ganz viel daraus mit: Feedback, Ideen, kleine Tipps. Eure Erfahrungen fließen immer wieder in die Rezepte ein. Wenn sich Fragen häufen, ergänze ich Tipps; wenn ihr tolle Varianten entdeckt, probiere ich sie aus. Deshalb steht bei vielen Rezepten „zuerst veröffentlicht“ mit einer Jahreszahl: Wir pflegen unsere Rezepte über Jahre weiter, statt sie zu vergessen.

Wo wir KI einsetzen – und wo nicht

Gerade jetzt, wo es viele KI-generierte Texte, Rezepte und Portale mit anonymen Nutzer-Anleitungen gibt, ist mir Transparenz besonders wichtig. Deshalb ganz klar: Jedes Rezept wurde real in unserer Küche entwickelt, gebacken, probiert und fotografiert. Künstliche Intelligenz entwickelt bei uns keine Rezepte und erzeugt keine Food-Fotos. Beim Schreiben hilft sie mir manchmal – etwa dabei, meine eigenen Notizen und Texte zu ordnen. Der Inhalt kommt immer von mir: aus meinen Rezepten, meinen Tests, meiner Erfahrung. Und den letzten Durchgang mache ich selbst.

Gleichzeitig wäre es unehrlich zu behaupten, wir würden ganz ohne moderne Technik arbeiten. KI-Werkzeuge nehmen uns im Hintergrund Handarbeit ab, zum Beispiel:

  • bei der Technik hinter den Kulissen – etwa damit die Seite schnell lädt und Bilder in der besten Qualität ankommen
  • beim Sortieren von Kommentaren und Leserpost, damit keine Frage verloren geht
  • bei den kurzen Beschreibungstexten, die Suchmaschinen unter einem Treffer anzeigen

Als Journalistin lege ich auf diese Trennung besonderen Wert: Was ihr hier lest, schmeckt, seht, das kommt von uns, nicht aus der Maschine.

Wer dahintersteht

Seit 2012 habe ich auf diese Weise über 1.100 Rezepte veröffentlicht. Die Rezepte entwickle, backe, fotografiere und schreibe ich alle selbst – ohne wechselnde Redakteure oder Agenturen. Um Technik, Organisation und Social Media kümmern sich Jan und Patricia, damit ich genau dafür Zeit habe.

Mehr über mich erfahrt ihr auf „Über Kathrin Runge“, mehr über den Blog auf „Über Backen macht glücklich“. Und wenn ihr Fragen zu einem Rezept habt: ab in die Kommentare damit – ich freue mich auf euch!

Ich freue mich, von dir zu hören

Du hast eine Frage, eine Anmerkung oder möchtest einfach Hallo sagen? Schreib mir gern einen Kommentar.

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