Ricciarelli di Siena sind köstliche zarte Mandelkekse mit weichem Kern. Das weiche italienische Mandelgebäck ohne Mehl gehört seit Jahren zu unseren absoluten Lieblingssüßigkeiten. Und warum sollte man sie nur im Urlaub genießen können, wenn man Ricciarelli mindestens genauso gut selberbacken kann?
Kennengelernt habe ich die feinen Plätzchen auf einer Messe – in München. Ein Stand aus Siena hatte ausschließlich Ricciarelli alla mandorla im Angebot – feinstes marzipanartiges Gebäck, das mit seinem weichen Kern wirklich auf der Zunge zergeht. Es gibt Ricciarelli „pur“ oder mit Zitrone, in der dunklen Kakao-Variante, verfeinert mit Kokosflocken oder angereichert Nüssen. Und sie sind einfach der Hammer! Ähnlich wie Macarons bestehen Ricciarelli vor allem aus Mandeln, Zucker und Eiweiß. Die Konsistenz erinnert an Amaretti morbidi, also die weiche und große Amarettini-Variante. Nachdem sie in Deutschland vergleichsweise teuer sind, habe ich mich auf die Suche nach einem Ricciarelli Rezept (Original am besten) gemacht und mir aus zwei, drei italienischen Rezepten ein eigenes zusammengestellt.



Ricciarelli-Kekse werden in ihrer Heimat übrigens sowohl zu Weihnachten als auch zu Ostern gerne gegessen. Wie praktisch – wer es im Winter verpasst hat, Ricciarelli zu backen, kann es im Frühling nachholen 😉 . Und ich kann euch wirklich nur empfehlen, diese Köstlichkeiten mal zu probieren. Da das italienische Mandelgebäck ohne Mehl ist (der Löffel ist optional), können auch Menschen mit Glutenintoleranz ohne Probleme davon naschen.
So bleiben die Ricciarelli di Siena schön weich, zart und hell
Einige Hinweise für das Ricciarelli-Rezept: Mandeln und Puderzucker müssen sehr fein sein, also lieber die bereits gemahlenen Mandeln und den Puderzucker nochmals in den Küchenhäcksler geben. Der Ricciarelli-Teig ist recht klebrig und erinnert etwas an Zimtsterne, lässt sich also so wie diese recht gut zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel ausrollen. Man kann ihn schneiden, zum Beispiel in die typische Diamantform oder Rautenform. Oder man formt den Teig zu einer Rolle und schneidet die Kekse mit einem scharfen Messer ab.

Ricciarelli di Siena müssen unbedingt hell bzw. weiß bleiben. So bleibt der an Marzipan erinnernde Kern schön zart und saftig. Testweise habe ich beim letzten Backen ausprobiert, ob man sie besser kurz und bei hoher Hitze backt oder sie lieber länger im Ofen lässt und quasi eher „trocknen“ lässt – diese Variante war definitiv die bessere. Lasst es euch schmecken! Übrigens, auch der Marzipankuchen oder meine Marzipanplätzchen zum Ausstechen sind toll für Mandelfans 🙂 Und wer Italien liebt, sollte auch mal den Ricottakuchen und Panforte testen.
Ricciarelli (Italienische Mandelkekse)
- Glutenfrei
Zutaten
- 300 Gramm Mandeln gemahlen und geschält
- 1 Esslöffel Weizenmehl kann auch weggelassen werden
- 1 Teelöffel Backpulver
- 4 Tropfen Bittermandelaroma
- 200 Gramm Puderzucker sowie ein bisschen zum Bestäuben
- 2 mittelgroße Eiweiß
- 1 Prise Salz
- 1 Teelöffel abgeriebene Zitronenschale
- 1 Teelöffel Backkakao optional, für die dunkle Variante
Zubereitung
- Mandeln mit Backpulver, Bittermandelöl, der Hälfte des Puderzuckers und evtl. Mehl vermischen.
- Die Eiweiße mit dem Salz steif schlagen, dabei den Rest Puderzucker einrieseln lassen. Die Mandelmischung unter das steife Eiweiß kneten. Ich habe es mit den Händen gemacht. Achtung: Das ganze wird ziemlich klebrig ;-).
- Den Teig halbieren. Unter die Hälfte des Teigs das Kakaopulver kneten, unter die andere Hälfte die Zitronenschale.
- Ein Backblech mit Backpapier belegen. Aus der Masse entweder längliche Rollen formen und mit einem scharfen Messer Scheiben abschneiden. Nebeneinander auf das Blech legen und mit dem Gabelrücken eindrücken, sodass ein Muster entsteht. Oder mit den Händen kleine Kugeln formen und diese auf dem Blech leicht flach drücken. Man kann natürlich auch ovale Kekse formen oder die Mandelmasse zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen und Rauten schneiden.
- Ricciarelli eine gute halbe Stunde ruhen lassen. Backofen auf 120 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Rund 20 Minuten backen bzw. trocknen lassen. Ganz wichtig: Die Kekse müssen noch weiß und feucht sein! Ricciarelli mit Puderzucker bestäuben, auf dem Blech abkühlen lassen und dann vorsichtig lösen.






















74 Kommentare
Im September 2014 war ich in Siena und habe bei einem Bäcker in einer Seitenstraße vom Dom diese Riccarelli gegessen. Nach dieser Reise habe ich mich sofort im Netz schlau gemacht und Dein Rezept gefunden. Seit dem backe ich alle 14 Tage meinem Mann diese Kekse. Er ist total begeistert. Sie stehen an 1.Stelle. Kathrin, vielen Dank für das tolle Rezept.
Liebe Gaby,
vielen Dank für dieses tolle Lob, freut mich wirklich sehr!
Lasst euch die Ricciarelli weiter schmecken – wir lieben sie auch 🙂
Wie lange sind die Ricciarellis haltbar? Kann ich sie jetzt schon backen und erst zu Weihnachten verschenken? Liebe Grüsse. Kirsten
Hallo Kirsten,
bei uns hält sowas eh nie lange 😉 aber ich denke, die Riciarelli sollten rund zwei bis drei Wochen in einer Dose gut überstehen.
Kann man den Teig auch schon vormittags vorbereiten, dann kalt stellen und nachmittags backen?
Hallo Anna, habe ich noch nicht probiert – es wäre also einen Versuch wert. Allerdings ist der Ricciarelli-Teig nicht wie normaler Mürbteig für Kekse aufs Kühlen angewiesen. Es kann also zumindest theoeretisch sein, dass es „schiefgeht“.
Okay, dann mache ich es lieber direkt. Danke!
Hi Kathrin,
meine Freundin und ich sind vor zwei Wochen aus Sardinien zurückgekehrt und haben dort diese Kekse gegessen. Nach langer Suche habe ich Dein Rezept gefunden und ausprobiert. Ich muss sagen, Deine Kekse sind wirklich fantastisch! Ich habe noch drei weitere Rezepte ausprobiert, allerdings kam keines so nahe ans Original wie Deins.
Ich habe die Kekse noch mit gerösteten Mandelsplittern bestreut, weil wir sie so in Erinnerung hatten.
5 Sterne und danke!
Thorsten
Hallo Torsten,
danke, das freut mich sehr! Ich sag ja: Ricciarelli machen süchtig 😉
Wir waren übrigens dieses Jahr auch auf Sardinien. Habt ihr auch das Pane Carasau probiert?
Viele Grüße, Kathrin
Hallo Kathrin,
Habe heute die Kekse gebacken, sie schmecken köstlich! Alle waren begeistert. Die Variante mit Zitrone passt gut in die Jahreszeit. Ich hatte auch den Mut, sie nicht zu lange zu backen und sie waren genau richtig, innen etwas weich.
Danke fürs Rezept
Caro
Hmmm diese Kekse haben einfach himmlisch geschmeckt! Leider haben sie nicht lange überlebt, da meine Freund und meine Mama schneller waren als ich, habe ich nur wenige abbekommen 🙂 Da ich den normalen Zucker nicht so gut vertrage, habe ich anstatt Zucker Agavenpulver aus dem Bioladen genommen, sowas von köstlich dein Rezept!! Vielen Dank!! Morgen werden sie wieder gebacken!! :* Liebe Grüße Miri
Liebe Miri, freut mich sehr, dass euch die Ricciarelli so gut geschmeckt haben :-). Agavenpulver habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört…ich kenne nur Agavendicksaft. Aber umso toller, dass es auch damit geklappt hat!
Viele Grüße,
Kathrin
Hallo Kathrin,
die sehen ja super aus und wären genau das richtige für meinen Vater, der eine Glutenunverträglichkeit hat. Ich habe eine Frage bzgl. der gemahlenen Mandeln. Du schreibst, dass sie besser fein gemahlen sein sollten und ja ähnlich wie bei Maccarons verarbeitet werden. Könnte ich auch Mandelmehl nehmen oder müsste ich dann die Flüssigkeitsmenge anpassen? Mandelmehl ist ja stark entölt und nimmt daher mehr Flüssigkeit auf.
Grüße
Martina
Liebe Martina,
gute Frage…leider kann ich dir dazu aber keinen Tipp geben außer dem, dass ich es an deiner Stelle probieren würde. Wenn du aber sichergehen willst, dass es klappt, nimm erst einmal ganz normale gemahlene Mandeln. Beim Backen ist das mit dem Zutatentausch manchmal ja nicht so einfach 😉
Viele Grüße,
Kathrin
Hey. Ja kannst du nehmen. Solltest aber ein eiweiß mehr dazu nehmen. Habe sie so gebacken, da ich mich low carb ernähre. Und es schmeckt lecker
Hallo Grecia,
Hast du den Puderzucker bei deiner Low Carb-Variante dann durch Puderxucker ersetzt? Wie Israels da mit dem „kalten“ Geschmack?
LG Eva
Da bekomme ich gleich Lust sie nachzubacken! Die Mandelkekse sehen einfach sehr sehr lecker und vor allem schön locker und saftig aus. Werde ich mir auf jeden Fall merken. Vielen Dank für die Inspiration 🙂
Liebe Grüße,
Jana
Die sehen super lecker aus. Ich werde sie backen wenn ich meine Mutter besuche .
Sehr leckeres Rezept! Ähneln unseren Amarettis ein wenig, nur daß die ohne Mehl und mit mehr Eiweiß gemacht werden.
Habe heute morgen noch überlegt, was ich mit den restlichenMandeln mache … Jetzt habe ich eine leckere Verwendung 😉
Gruß,
Jens
Die muss!!! ich versuchen! Ich rieche schon den köstlichen Duft.
Liebe Grüße, Caro
Oh wie lecker…die sehen so gut aus. Mit einem Espresso in der Sonne in der Toskana und die feinen Kekse dazu, dass wäre jetzt wirklich traumhaft=)
Liebe Grüsse,
Krisi
https://excusemebutitsmylife.blogspot.com/
Oh, wenn ich nur an Siena denke…diese Stadt hat mir so unglaublich gut gefallen! Den Ricciarelli Stand habe ich damals leider nicht entdeckt. Ist doch ein Grund, nochmal dort hin zu fahren, oder :D?
Bis dahin werde ich dein Rezept auf jeden Fall mal ausprobieren!