Vorab ein Geständnis: Bis vor einigen Monaten wusste ich ehrlich gesagt noch nicht einmal, was ein Thermomix überhaupt ist. Dann kam der neue Thermomix TM 5 auf den Markt. In der Bloggerszene wurde viel über den Küchenautomat gesprochen. Ich habe einige Berichte über den „Mythos“ gelesen, plötzlich sind mir auch spezielle Bücher voller Thermomix-Rezepte aufgefallen. Und meine Freundin Christine hat sich eines der nicht gerade günstigen Riesengeräte gekauft. Als ich erfahren habe, dass man sogar mit dem Thermomix backen kann (wie gesagt: ich hab ja keine Ahnung!), habe ich bei ihr gleich mal einen Gastbeitrag bestellt. Ich selbst bin bislang als Besitzerin einer normalen Küchenmaschine, meiner geliebten Kitchenaid-Artisan, nämlich durchaus zufrieden. Hier kommt also Christines Bericht – es handelt sich teils um einen Thermomix-Test, teils um den Bericht über eine eigenartige Liebe 😉
Christines Gastbeitrag: Die Bekenntnisse einer Thermomix-Besitzerin
Backen macht mich nicht glücklich. Zumindest war das in der Vergangenheit so. Jetzt besitze ich den neuen Thermomix TM5 – und nun hat sich das Backen zumindest in eine annehmbare Beschäftigung für mich verwandelt. Als die Firma Vorwerk im September vergangenen Jahres den „TM5“ ohne Vorankündigung über Nacht auf den Markt brachte und den „TM31″ ablöste, haben zwar erst einmal viele geschimpft. Sie ließen sich aber nicht davon abhalten, einen neuen „Thermomix“ zu kaufen. So wie ich. Ich kenne die Maschine schon recht lange; genauer: seit ich Mutti bin, also seit fast sieben Jahren. Denn bei den Muttis war sie schon immer in aller Munde. Mittlerweile sprechen sogar die kinderlosen Akademikerpaare zwischen 28 und 35 Jahren in meinem Bekanntenkreis dauernd über den Thermomix. Woher bloß kommt diese Faszination?Mein Gefühl: Entweder man liebt den Thermomix oder man hasst ihn. Dazwischen, so mein Eindruck, gibt es kaum etwas. Nachdem ich einen Artikel für eine Tageszeitung geschrieben und vom Spitzenkoch über Familien bis Singles mehrere Interviews geführt hatte, stellte ich fest, dass das Hauptargument gegen den Thermomix der hohe Preis von derzeit 1109 Euro ist. Hier ist man schnell beim Thema Thermomix-Test und Thermomix-Vergleich. Denn der Thermomix ist natürlich längst nicht mehr das einzige Gerät, das die angepriesenen zwölf Funktionen von Kneten über Dampfgaren und Emulgieren bis Zerhacken vereint. Ganz neu ist zum Beispiel der Kitchenaid Artisan Cook Processor, außerdem gibt es u.a. den Cooking Chef KM096 von Kenwood und den Prep & Cook HP 5031 von Krups. Alle haben einen, sagen wir mal, stolzen Preis.
Warum habe ich mich dann also für den Thermomix als Küchenmaschine entschieden, wenn es andere auch noch gibt? Ich muss zugeben, ich bin jemand, der gerne den Rat und die Begeisterung von anderen annimmt und alle Thermomix-Besitzerinnen, inklusive meiner Schwiegermutter, die das Vorvorgängermodell TM 21 seit 19 Jahren besitzt, sind begeistert. Eine andere Küchenmaschine, die kochen kann, hat schlichtweg niemand, den ich kenne.
Ich habe auch nirgendwo einen direkten Küchenmaschinen-Vergleich zwischen kochenden Küchenmaschinen gefunden, der es mir leicht gemacht hätte, mich für eine andere zu entscheiden, also einen Praxistest, nicht nur die Gegenüberstellung von Fakten.
Küchenmaschinen-Test: Die Themen Lautstärke, Reinigung und Co
Eine Ausnahme ist die Stiftung Warentest. Sie hat 2010 19 Küchenmaschinen verglichen – allerdings im Äpfel/Birnen – Schema, da die meisten dieser Küchenmaschinen keine Kochfunktion hatten. Der Thermomix, das Vorgängermodell TM 31, schneidet dort mit der Note 3,2 ab (bei einer Spanne von 2,1 bis 3,8). Der Notenwert beim TM 31 schießt aufgrund der Note 4,7 in Punkto Lautstärke in die Höhe. Hier hat Vorwerk nachgebessert. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der TM 5 deutlich leiser als der TM 31 ist. Natürlich kann man Nüsse auf Stufe zehn nicht mit 0 Dezibel hacken. Aber dieser Vorgang dauert schließlich nur einige Sekunden. Außerdem möchte ich euch zwei Fakten nicht vorenthalten: Im Stiftung Warentest Küchenmaschinen-Test ist von der aufwendigen Reinigung die Rede und dass die beste Maschine nur wenige Minuten zum Reinigen braucht. Beim Thermomix funktioniert es so: Wasser und Spüli rein, 20 Sekunden auf Stufe 5 laufen lassen und sie ist sauber beziehungsweise der hartnäckigste Dreck ist weg. Der einzige Minus-Punkt, den ich dem Thermomix geben kann, ist, dass ich ziemlich schlecht mit dem beigelieferten Spatel zurechtkomme. Ich bekomme Teig oder andere Massen nicht so gut ausgekratzt wie bei einer Rührschüssel. Mich stört, dass am Ende noch relativ viel am Mixmesser kleben bleibt.
Übrigens tat die relativ schlechte Note von Stiftung Warentext dem Thermomix-Boom keinen Abbruch – das bestätigen die Verkaufszahlen der Firma Vorwerk: Zwischen 1994 und 2007 setzte Vorwerk jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Geräte ab. Ab 2008 stiegen die Zahlen sprunghaft an. 2013 wurden in Deutschland 198.000 Geräte der Serie TM31 verkauft.
Der Zeitfaktor: Suppekochen und Kuchenbacken mit dem Küchenautomat
Was macht das Phänomen Thermomix für mich persönlich noch aus – neben den vielen Funktionen? Es ist die Zeitersparnis, die vielen, mich eingeschlossen, imponiert. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zuvor außer einem Handrührgerät keine andere Küchenmaschine hatte. Rohkostsalat in Sekunden, die Suppe in Minuten. Nun ja, nicht ganz, sie braucht natürlich schon so lange wie im Kochtopf, allerdings muss ich nicht daneben stehen und ständig rühren, sondern kann schon mal die Küche aufräumen.
Genau mit dieser Zeitersparnis hat sich ein Zeitenforscher befasst. Karheinz Geißler, der seit 30 Jahren ohne Uhr lebt, bezeichnete den Thermomix in einem Artikel als „Held der Temposteigerung im Alltag“. In seinem Buch „Alles Espresso“ hat er einen ganzen Essay über den Thermomix verfasst. Für Geißler verkörpert das Gerät den postmodernen Geist des Multitasking und begünstigt eine hektische und umtriebige Atmosphäre. Essenszubereitung werde auf die „sachlich-rationelle Logik von Projektabwicklungen“ reduziert. Letztendlich, so Geißler, könne man die gewonnene wie auch die verlorene Zeit schmecken.
Die Kritik: Ist der Thermomix besonders geeignet für faule Menschen?
Neben dem Geschmacksverlust, den die Zeitersparnis mit sich bringt, bezeichnen Thermomix-Kritiker die Thermomix-Liebhaber sogar als „faul“. Als der TM5 im Herbst neu auf den Markt kam, geisterte ein Artikel der „Huffington Post“ durch die sozialen Netzwerke. In dem schreibt Autorin Lea Kosch: „Thermi mag der Traum für Faule sein. Für Menschen, die sich zu schade sind, den Knoblauch ganz klein zu hacken, Teig so lange zu kneten, bis die Fingerknochen schmerzen und Sahne mit dem Handrührer zu schlagen, weil sonst ihr Nagellack abblättert.“ Und weiter: „Thermi macht uns zu Sklaven unserer eigenen Bequemlichkeit“. Eines vergessen Lea Kosch und Karlheinz Geißler: Es gibt Menschen, die weder faul sind noch lackierte Fingernägel haben – sondern andere Interessen, für die sie ihre Zeit brauchen. So eine bin ich. Man muss kochen nicht lieben – aber man sollte sich einigermaßen gesund ernähren. Kochen ist notwendig, wenn man Familie hat. Und auch Backen kann man als Mutti nicht von der Agenda streichen. Man will dem Sohnemann zum fünften Geburtstag schließlich keinen Tiefkühlkuchen mit in den Kindergarten geben. Kochen und Backen gehört zum Alltag – ob man will oder nicht. Den Menschen, die nicht wollen, ist der Thermomix dabei eine große Hilfe – damit die ungeliebte Tätigkeit möglichst schnell und ohne viel Kraft vorbei geht.
Soweit meine Meinung zur Thermomix-Diskussion 🙂 In einem zweiten Gastpost möchte ich euch ein konkretes Rezept mit dem „TM5“ vorstellen. Etwas mit Prosecco und Hugo. Lasst Euch überraschen!
Christine
Sind Besitzer eines Thermomix (oder eines Geräts einer anderen Marke) unter euch – und wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr beim Backen mit dem TM gemacht? Ist so ein Küchenautomat tatsächlich „nur für Faule“? Überflüssig? Oder eine große Hilfe? Ich bin gespannt auf eure Meinung!
44 Kommentare
Ich habe mir gestern einen Thermomixer gekauft, nachdem ich deinen Artikel hier entdeckt hatte. Klar ist der Preis relativ hoch, aber bereuen tue ich die Kaufentscheidung nicht. Mit dem Thermomixer lässt sich fast alles in der Küche bewerkstelligen und zu dem ist der Küchenhelfer ein echter Hingucker 🙂
Hallo, nach SEHR langem Überlegen habe ich mir November 2015 dann doch den TM5 gekauft. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe! Für mich war ausschlaggebend dass wir gerne Marmelade zum Frühstück essen. Jeder hat seine Lieblingsmarmelade und so kommen dann mehrere Sorten zum Einsatz. Marmelade kochen im Thermomix ist einfach genial!!! Ist mir ehrlich gesagt auch total egal ob mich jemand für faul hält, ich weiß meine Zeit einfach besser zu nutzen als mit stumpfen Rühren ☺! Da ich gerne Selbstgemachtes verschenke (und gerade auch die Marmelade bzw. Gelee gerne genommen wird) bin ich froh dass ich mir den TM5 gekauft habe! Im Sommer die Früchte einfrieren und dann eben auch im Dezember mal eine frische Erdbeer-Marmelade (3:1 Zucker) – schmeckt allen.
Inzwischen ist der Thermomix für vieles im Einsatz. Gerade im Sommer (ich habe einen sehr grillbegeisterten Mann) finde ich es toll Dips und Dressing und verschiedene Buttersorten in kürzester Zeit herzustellen. Dazu noch ein frisch gebackenes Brot ….
Ich habe mir vor einem Monat einen Thermomixer geholt, nachdem ich deinen Artikel gelesen habe. Natürlich ist der Preis sehr hoch, aber ich bereue die Kaufentscheidung nicht. Mit dem Thermomixer lässt sich wirklich viel in der Küche erledigen und außerdem ist der Küchenhelfer ein echter Hingucker 🙂
auch ich besitze hier in Deutschland meinen Thermomix seit 18 Jahren und lebe auch in Kanada mit einem Nordamerikanischen Modell seit 16 Jahren. In Kanada hatte ich jetzt eine Reparatur, die Kugellager waren hinueber und ich bekam ein neues Messer. Nach 16 Jahren darf das mal sein und ich bezahle dafuer gern 300$, weil ich den Thermomix mit meinem Vitamix jeden Tag benutze. Wenn ich in Deutschland bin benutze ich natuerlich auch meinen Thermomix und freue mich jedesmal ueber das Ergebnis. Da der „Alte“ noch super funktioniert komme ich erstmal nicht in den Genuss des hochtechnisierten neuen Modell. Mit sonnigen Gruessen aus Montreal Sabine
Hallo Leute!
wir sind seit gestern auch stolze Besitzer eines TM5. Wir waren von der Vorführung sehr begeistert, alles was aus dem Edelstahltopf herauskam war sehr sehr lecker! Ich freue mich schon darauf neues auszuprobieren.
Zum Thema Preis – klar ist der TM teuer.. ohne Frage., wenn man aber bedenkt wie viel Geld man sonst so ausgibt für Dinge. Man muss z.B nicht im teuren BMW sitzen – da tuts auch ein Golf, der fährt auch nur von A nach B. Oder das schon erwähnte Beispiel vom 800€ Kaffeevollautomat.
TM Besitzer sind nicht faul, Sie nutzen Ihre bescheidene Zeit besser!
In diesem Sinne Happy cooking 🙂
Ich höre immer wieder dass der Thermomix zu teuer ist, die gleiche Diskussion höre ich auch im Fahrradladen!
Leute, das Gerät bringt Spass und erleichtert die Arbeit in der Küche, jeden Tag.
Ansonsten werden an der nächsten Ecke z.B. 3,50 für einen Capuccino oder Dieses und Jenes ausgegeben !
Also worüber reden wir?
Kurz und knapp… Ich backe gerne, ich koche gerne… Aber die Zeit mit meinen Kindern, bei schönem Wetter am besten noch so lange wie möglich draußen zu verbringen ist da eindeutig wichtiger!! Ich besitze noch das aller erste Modell werde mir wahrscheinlich aber bald das neue High-Tech Gerät zulegen 😉
Hallo Christine,
danke für den tollen Beitrag. Sehr differenziert und mir aus dem Herzen geschrieben.
Würde mich gern in die Diskussion einklinken, da ich seit circa 15 Jahren den Thermomix verwende (erst TM21, dann TM31 uind jetzt liebäugele ich mit dem TM5).
Ich glaube, es macht Sinn, das Gerät preislich mit einem Herd zu vergleichen statt mit einer Küchenmaschine. Bei mir ersetzt der Thermomix fast vollständig meine Herdplatten und ich koche für einen 3-5 Personen-Haushalt so gut wie täglich mit dem lieben Schnucki.
Natürlich ist es ein anderes Kochen, manche mögen sagen, ein Kochen für Faule. Ich finde eher, dass er mir die lästigen Aufgaben abnimmt. Ich bin wirklich eine sehr leidenschaftliche und experimentelle Köchin, stehe aber trotzdem nicht auf stundenlanges Schnippeln und ewiges Rühren.
Ich habe einen kleinen Sohn. Zeit ist für mich momentan das kostbarste Gut. Ich habe es inzwischen sehr zu schätzen gelernt, dass ich abends nach der Arbeit schnell die Vorbereitungen treffe und dann die halbe Stunde Kochzeit des Thermomix zum Tisch decken, spielen, vorlesen oder ähnlichem nutzen kann. Und dann steht trotz geringem Zeit- und Arbeitsaufwand etwas Selbstgekochtes mit frischen Zutaten auf dem Tisch. Das finde ich grandios.
Manche Dinge wird ein Thermomix natürlich nie können. Braten zum Beispiel. Oder diffizile, filigrane Arbeiten. Große Mengen für 6 und mehr Personen.
Mich entlastet er trotzdem Tag für Tag. Und ich muss gestehen, dass ich noch mehr ausprobiere, weil mich kein Arbeitsschritt mehr abschreckt. Unsere Küche ist auf jeden Fall vielfältiger, gesünder und kreativer geworden.
Liebe Grüße
Barbara
@Klara,
in Ebay und Ebay Kleinanzeigen findest du übrigens viele, viele gebrauchte, aber noch top erhaltene „Thermomixe“. Das ist vielleicht ein guter Einstieg.
Hallo Jan!
Danke für den ausführlichen Test. Ich bin noch etwas unentschlossen, was einen Thermomix angeht. Ich finde einfach, dass diese viel zu teuer sind… Weiß jemand zufällig, wo man einen günstig kaufen kann?
LG Klara
das gerät heizt nicht per induktion. das leiterplattenlayout sieht aus wie von einem hobbyelektroniker entwickelt. der dichtring sollte regelmässig kontrolliert und getauscht werden – so etwas darf man bei dem preis dem kunden nicht zumuten. bei undichtigkeiten kann es meiner meinung nach zu gefährlichen stromüberschlägen kommen, zwar recht unwahrscheinlich, aber prinzipiell möglich. das sowas in deutschland zugelassen wird, ist schon skandalös, zumal noch für diesen preis. der abstandsschaum ist ein schlechter scherz.
die messer sind qualitativ ein witz, ein paar mal zucker zerkleinert und schon kann man die unschärfe mit den augen erkennen. die materialkosten schätze ich auf maximal 200 euro ,wenn überhaupt.
Bisher habe ich keinen Thermomix, liebäugele aber mit dem TM 5. Doch zu meinen bisherigen Erfahrungen: Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich mir selber eine Bosch Mum mit viel Zubehör geschenkt. Tolles Gerät, allerdings nervt mich das ständige An- und Abbauen der Geräte, so dass ich sie kaum noch benutze außer für das Kneten von Vollkornbrot- Teig. Dazu nimmt es noch recht viel Platz weg. Die dazugekaufte Mühle schafft es leider überhaupt nicht, feines Vollkornmehl zu mahlen. Smoothies dauern sehr lange, bis sie wirklich fein sind. Vom Weihnachtsgeld hatte ich mir auch eine Getreidemühle gekauft, die postwendend aufgrund der Lautstärke und des Staubes in meiner kleinen Küche retour ging. Na gut, ich habe auch ein paar Tränchen vergossen, es war eine lange und sehnsüchtig erwartete Wunscherfüllung. Nun bin ich vor einiger Zeit auf den Thermomix gestoßen und bin restlos begeistert! ( Als ehemaliger Gegner, der stur behauptet hat, das wäre nur Etwas für Leute, die nicht kochen können….!) Vor allem auch darüber, dass die Rezepte “ funktionieren! Ich muss mich nicht mehr durch Foren wühlen oder ausprobieren. WELCHE ERLEICHTERUNG!!!!!
Ich bin auch ein Fan vom Thermomix, auch wenn es Punkte gibt, die mir nicht so gefallen. Trotzdem genieße ich es, dass nach der Arbeit das Essen schnell und einfach zubereitet werden kann und dank der Rezept-Chips auch keine Langeweile aufkommt. Ich probiere gerne neue Rezepte aus.Störend finde ich manchmal die Reinigung, da sollte von Werk aus eine passende Bürste dabei sein.
Noch ein paar Anmerkungen:
Ja, der Preis ist heftig! Aber mein Jura Impressa C5 Kaffeevollautomat hat auch schlappe 700 Euro gekostet und kann „nur“ Kaffee kochen 😉 (und ist übrigens bei mir nur am Wochenende im Einsatz). Eine gute Kitchen Aid ist auch kein Schnäppchen. Auch eine vernünftige Getreidemühle geht ins Geld.
Dafür spare ich an anderer Stelle: Meine Bio-Dinkelbrötchen fürs Wochenende (nein, kein Vollkorn) kosteten schlappe 70 cent das Stück. Der Material- und Energieeinsatz für das Backen meiner Vollkornsemmeln liegt da aber deutlich darunter. Gleiches gilt für mein Vollkornbrot. Der TM heizt mit Induktion, so dass das Kochen deutlich weniger Strom verbraucht als auf der Herdplatte (wenn man keinen teuren Induktionsherd hat).
Klar, ich gebe jetzt mehr Geld für neue und andere Zutaten aus, die ich vorher nie verwendet habe. Aber insgesamt ist das „Selbermachen“ doch günstiger als ein gekauftes „Fertigprodukt“.
Statt teurem Fertig-Bio-Müsli gibt es nun frisches Bircher Müsli aus Flocken, 6-Korn-Getreide, Rosinen, Datteln (Milch, Joghurt und Obst hätte ich beim Fertig-Müsli auch dazugegeben).
Nein, auch ich habe noch einen Herd, Töpfe und Pfannen. Und die werden ebenfalls genutzt! Alles kann der TM nun auch wieder nicht. Das Glorifizieren des „heißgeliebten Thermi“ ist genauso ein Extrem wie das Verteufeln durch diejenigen, welche behaupten, sie bräuchten die Haptik und das Rühren beim Kochen. Sorry, aber die haben es einfach noch nicht ausprobiert. Ich habe durchaus noch Kontakt mit den von mir verarbeiteten Lebensmitteln (Haptik). Und ein Teig muss auch mal nach dem Gehen noch einmal per Hand kurz geknetet, die Semmel geschliffen werden. Meine Zwiebeln und den Knoblauch schneide ich lieber mit der Hand (sofern nicht beides ohnehin in einem Gericht im TM weiterverarbeitet wird). Dafür ist das Häckseln durch den TM doch etwas zu „ungenau“. Aber beim Hefeteig ist es schon praktisch, wenn ich die Hefe gleich bei 37°C (die untereste Heizstufe) im TM auflösen kann, anstatt dies konventionell am Herd in einem extra Topf zu machen. Sous vide kochen von Steaks im Varoma und dann ab auf den Grill – da staunt auch der Gourmet und vergisst seine Vorbehalte. Und die Dampfnudeln aus dem Varoma – noch nie hab ich luftigere Dampfnudeln gegessen und das ohne die Angst, beim Hochheben des Deckels könnte alles zusammenfallen.
Der TM hat seine Stärken, ein Wunderdingens ist er auch nicht. Mit ein bisschen Kochverstand eingesetzt, kann er das Kochen deutlich erleichtern (und dabei auch noch Zeit sparen). Der Spaß am Kochen kommt bei mir jedenfalls nicht zu kurz, sondern wurde durch den TM erst wieder geweckt.
Heute war sicherlich ein TM-Ausnahmetag auch für mich (und ja, ich hab auch noch Sport gemacht, bin am Computer gesessen, habe mit unserem Kater gespielt, die Wäsche meiner Tochter vom Campingausflug gewaschen), aber das ist heute mit Hilfe des TM in meiner Küche entstanden:
ein Vollkornbrot
der Obazde für morgen Abend (damit er schön durchziehen kann)
ein Nektarinen/Aprikonsen-Balsamico Dressing für den Salat am Mittag (frau ist kreativ, denn eigentlich wären Pfirsiche das richtige Obst – das hält auch im Kühlschrank und ergibt mehrere Portionen)
ein Kefir-Shake mit Nektarine, Aprikose, Vanille, Reis-Kokos-Ananas-Drink, Kefir und Dattelmus (letzteres natürlich auch schon vor einiger Zeit im TM gemacht)
eine Focaccia vom Grill (o.k., die hat mein Mann gemacht)
die Dattel-Schoko-Kugeln als Variante von Kathrin´s Rezept
die Vorbereitung des Bircher Müsli für das Frühstück morgen
Gruß
Carmen
Ich habe seit gut einem Jahr den „alten“ TM31 mit einem zweiten Mixtopf. Ich habe mir auch den TM5 angesehen, aber „guided cooking“ ist für mich als „freestyler“ nichts und bringt mir keinen Mehrwert. Lediglich die Geräuschintensität wäre ein Argument.
Ich koche wesentlich gesünder und mache mehr selbst als ohne den TM. Auch bei mir hängt ein Zauberstab in der Küche, der aber praktisch nicht mehr zum Einsatz kommt. Der Zauberstab kann aus Körnern kein Mehl machen. Er macht mir aus Mandeln auch kein Mandelmus. Der TM ist beim Mixen schlicht kräftiger.
Kochen für Faule?? Unsinn! Wie gesagt, ich mache nun mehr selbst als vorher. Auch bei mir steht der Suppengrundstock im Kühlschrank und die gekörnte Brühe fristet ein einsames Dasein. Brot wird selbst gebacken, Semmeln ebenfalls und die Hamburger-Brötchen sind deutlich besser als alle Kaufware. Den Risotto rühre ich nun nicht mehr eine halbe Stunde selber, sondern lasse rühren. Und mal schnell eine Zabaglione zum Nachtisch oder ein Pudding ohne Dr. Oe… mit echter Schokolade.
Übrigens, wer nicht kochen kann, kann es auch mit dem TM5 (oder TM31) nicht. Der folgt nur Schritt für Schritt den Rezepten. Wer aber kochen kann, findet im Thermomix ein sehr nützliches Hilfsmittel in der Küche.
Gruß
Carmen,
die gerade schnell mal die fettarmen (Dattel-)Schokopralinen von Kathrin abgewandet und mit dem TM31 gemacht hat.
Der Thermomix ist nicht nur für Faule. Im Gegenteil er eignet sich für alle. Die Reinigung geht sehr schnell, wenn man etwas Wasser und zwei Tropfen Spülmittel rein macht. Dann auf Stufe 10 ca. 15 Sek. laufen lassen, nachspülen und fertig.
Ich bin begeisterte TM5 Benutzerin und Beraterin. Ich möchte ihn auf jeden Fall nicht mehr missen.
Wenn wir essen können, ist auch die Küche schon aufgeräumt und gereinigt, da ich nicht an den Kochtöpfen stehen bleiben muss, sondern den TM5 arbeiten lassen kann.