Backen ohne Zucker. Kuchen ohne Kariesgefahr. Süßen ohne Kalorien. Naschen ohne Auswirkungen auf den Insulinspiegel. Klingt gut, oder? Und soll auch gut funktionieren, glaubt man der Werbung für Süßungsmittel wie Stevia oder Marken wie Natreen, Canderel und Sukrin. Ich habe mich schon oft gefragt, ob sich Zucker in Backrezepten tatsächlich ersetzen lässt, ohne dass der Geschmack und die Konsistenz darunter leiden. Meine Erfahrungen und selbstentwickelten Backrezepte ohne Zucker findet ihr in dieser Kategorie.
Für das Backexperiment in diesem Beitrag habe ich mich einen Nachmittag in die Küche gestellt (Rücken…aua), verschiedene Varianten eines Apfelkuchens gebacken und diese mit ein paar Testessern bewertet. Genauso habe ich ja auch ausprobiert, ob man Butter beim Backen ersetzen kann.
Es soll in diesem Post um meine Erfahrungen gehen – nicht darum, wie gesund oder ungesund Süßstoffe sind. Das ist eine Wissenschaft für sich; letztlich muss jeder für sich selbst eine Entscheidung treffen. Wenn ich all die Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker, Stevia, Erythrit, Aspartam, Cyclamat u.a. lesen bzw. verstehen sollte, käme ich wahrscheinlich nie mehr zum Backen. Fakt ist jedenfalls, dass alle Süßungsmittel meines Backtests in Deutschland zugelassen sind.
Wenn ihr meine Dosierungstipps und Bewertungen gelesen habt, könnt ihr ja selber entscheiden, ob ihr künftig zuckerfreien Kuchen mit Honig, Stevia oder Erythrit backt oder doch lieber bei der normalen Variante mit Zucker bleibt.
Ein Apfelkuchen-Rezept und vier Varianten
Um die Auswirkungen zu testen, die alternative Süßungsmittel auf Optik, Backverhalten, Geschmack und Genuss haben, habe ich ein einfaches Apfelkuchen-Grundrezept verwendet: den Klassiker „Apfelkuchen sehr fein„. Dieser wird (umgerechnet auf eine recht kleine Kastenkuchenform) aus einem normalen Rührteig gemacht – konkret 85 Gramm weicher Butter, 65 Gramm Zucker, 2 Eiern, 135 Gramm Mehl, 1 gehäuften Teelöffel Backpulver, etwa 3 Esslöffeln Milch, etwas Salz und Zitronensaft sowie Äpfeln für den Belag. Warum Rührkuchen? Biskuitteig erschien mir für diesen ersten Test zu „heikel“, weil Zucker darin ja eine wichtige Rolle spielt, Hefeteig zu „langweilig“, weil dieser ja auch mit minimalem Zuckereinsatz gelingt.



Variante 1: Backen mit Honig statt Zucker
Honig ist nicht zwangsläufig gesünder als Haushaltszucker, auch wenn sich diese Meinung hartnäckig hält. Honig hat nahezu gleich viele Kalorien, schadet ebenfalls den Zähnen und ist für Diabetiker ähnlich ungeeignet wie Zucker. Allerdings sind in dem Bienen-Produkt auch Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme enthalten; gerade in der Vollwertküche wird der Honig gern als alternatives Süßungsmittel verwendet.
Beim Backen mit Honig statt Zucker muss man angeblich folgende Aspekte beachten, die ich vor meinem Backexperiment zusammengetragen habe: Fest gewordener Honig sollte zunächst erwärmt und damit flüssig gemacht werden, muss vor der Teigzubereitung aber wieder abkühlen. Honig besteht zu einem Teil aus Wasser, weswegen man die Flüssigkeit beim Backen um etwa ein Fünftel reduzieren sollte.
Andererseits wird empfohlen, die Backpulvermenge um einen halben Teelöffel zu erhöhen, damit das Honiggebäck nicht allzu schwer wird. Außerdem sollte man bei der Dosierung beachten, dass Honig eine höhere Süßkraft als Zucker und je nach Sorte einen speziellen Eigengeschmack hat. Ich habe für mein Kuchenrezept also 50 Gramm Honig statt 65 Gramm Zucker verwendet, knapp 2 Teelöffel Backpulver benutzt, die Milch und damit Flüssigkeit aber weggelassen.
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Variante 2: Backen mit Stevia statt Zucker
Zunächst: Was ist Stevia überhaupt? Stevia ist eine Pflanze aus Südamerika, deren getrocknete Blätter zerrieben werden. Das Süßungsmittel aus dem Kraut hat eine deutlich höhere Süßkraft als Zucker (teils 300- bis 450-fach). Weil man also nur sehr wenig Stevia braucht, kann man beim Backen Kalorien sparen, obwohl Stevia selbst welche hat. Außerdem ist Stevia auch für Diabetiker geeignet.
Allerdings wurde das Kraut in der Europäischen Union erst Ende 2011 für Lebensmittel zugelassen – die Zweifel, ob Stevia negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, waren vorher anscheinend zu groß. Mittlerweile gibt es unter anderem Schokolade und Marmeladen mit Stevia. Der Markt boomt. Im Internet tummeln sich viele Händler, bei denen man Stevia und Steviaprodukte kaufen kann.
Folgende Tipps zum Backen mit Stevia habe ich unter anderem gefunden: Anders als manche Süßungsmittel wie Canderel ist Stevia hitze- und backbeständig. Viele Steviaprodukte beinhalten zusätzliche Zutaten bzw. Trägerstoffe wie Maisdextrin, um das fehlende Volumen auszugleichen, dass man für manche Teigarten wie Biskuit braucht. Das führt dazu, dass die Dosierung je nach Produkt unterschiedlich ist. Ihr solltet also unbedingt die Hinweise des jeweiligen Herstellers beachten. Trotzdem ist die richtige Dosierung von Stevia ziemlich kompliziert. Im Zweifelsfall hilft nur: Ausprobieren und Erfahrungen sammeln.
Meine Bewertung bezieht sich auf das Produkt „Stevia Plus“ der Reformhaus-Marke Natura. Dieses Stevia kann man u.a. hier kaufen. Ich habe zunächst 15 Gramm Stevia genommen und mich dann letztlich an 20 Gramm herangetastet. Ein Hinweis in eigener Sache: Natura hat mir eine Packung „Stevia Plus“ und eine Packung dieser „0-Kalorien-Süße“ zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank dafür! Ich freue mich sehr über solche Rezensionsprodukte, werde dies aber natürlich immer kenntlich machen und nicht davon beeinflussen lassen.
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Variante 3: Backen mit Erythrit statt Zucker
Dieser Name ist definitiv schwer zu merken. Kein Wunder, dass Erythrit ein noch recht unbekannter Süßstoff ist 😉 Der Zuckerersatzstoff gehört chemisch gesehen zu den Zuckeralkoholen – auch wenn kein Zucker drin ist und man sicher nicht beschwipst wird. Erythrit (auch Erythritol) kann man u.a. im Internet und in Reformhäusern unter Namen wie „Sukrin“, „Xucker light“, „Sucolin“ oder eben „0-Kalorien-Süße“ kaufen – letztere habe ich getestet. Wie die Bezeichnung vermuten lässt, hat Erythrit tatsächlich so gut wie keine Kalorien, soll zahnfreundlich sein und zugleich gut verträglich für Diabetiker. Auch nicht zu verachten: Erythrit sieht aus wie Zucker. Irgendwo muss doch der Haken bei diesem „Wundermittel“ sein….mal sehen.
Zwei Dinge sollte man beim Backen mit Erythrit beachten. Zum einen süßt Erythrit nicht so stark wie Zucker. Konkret heißt das, dass 100 Gramm Zucker im Backrezept durch etwa 130 Gramm Erythrit zu ersetzen sind. Die Menge des Süßstoffes, der anders als Stevia ein gutes Volumen hat, sollte nicht mehr als 20 Prozent aller Backzutaten ausmachen. Grob überschlagen wiegen die Zutaten in meinem Kuchenrezept 450 bis 500 Gramm – ohne die Äpfel für den Belag natürlich. Maximal ein Fünftel entspricht also 100 Gramm. Passt: Ich wollte um die 80 Gramm Erythrit verwenden. Falls ein Backrezept sehr viel Zucker verlangt, kann man noch etwas Zucker oder Honig hinzufügen.
Eine Übersicht an verschiedenen Erythritsorten findet ihr hier bei Amazon
Meine Erfahrungen beim Backen ohne Zucker
Zuckerfrei Backen und kalorienarm süßen. Nachdem ich viele sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte gelesen habe, wollte ich es selbst wissen: Funktioniert das wirklich?
Kriterium 1: Der Kuchenteig
Honig: Da kann meine Küchenmaschine noch so viel rühren, wie sie will – die weiche Butter und der flüssige Akazienhonig ergeben einfach keine schaumige bzw. lockere Masse. Im Gegenteil, die Masse wirkt ziemlich zäh – hoffentlich wird der Apfelkuchen nicht auch so… Auf zusätzliche Milch verzichte ich bei diesem Honig-Kuchen. Der Rührteig fällt auch so schon schwer reißend vom Löffel. Der rohe Kuchenteig schmeckt übrigens sehr lecker; auch das leichte Honigaroma gefällt mir. [Und ja, ich weiß, man soll rohen Teig nicht essen ;-)]
Stevia: Nachdem ich den Hauch einer Messerspitze Stevia probiert habe und es mich ob der Süße geschüttelt hat, gebe ich zunächst nur 15 Gramm „Stevia Plus“ (Maisdextrin und Stevia) zur weichen Butter. Dieser Teig ist noch zäher als der mit Honig. Er „kriecht“ die Schneebesen regelrecht hoch – nicht schön. Ich gebe noch weitere 5 Gramm Stevia hinzu, da der rohe Kuchenteig zu wenig süß ist. Leider schmeckt er so oder so ziemlich seltsam, aber das kann sich ja mit dem Backen ändern. Bislang sieht es jedenfalls schlecht für das angebliche Wundermittel Stevia aus. Ich bin gespannt, ob der Kuchen wegen des fehlenden Volumens von Stevia deutlich kleiner bzw. flacher wird als die anderen.
Erythrit: Hier gibt es eigentlich nicht viel zu berichten oder zu meckern. Der Kuchenteig sieht aus, als wenn ich normalen Zucker verwendet hätte. Und er schmeckt auch so. Wunderbar, würde ich sagen. Hoffentlich bleibt das so.
Kriterium 2: Die Optik des Kuchens
Honig: Puh, das ging gerade noch gut. Der Apfelkuchen mit Honig bräunt deutlich schneller als die anderen Kuchen. Man muss aufpassen, dass nichts verbrennt. Mein Tipp: Die Backtemperatur lieber ein bisschen senken und dafür länger backen.
Bis auf die Farbe wirkt der Kuchen aber völlig normal. Trotz des zähen Teigs ist das Gebäck schön aufgegangen, was wohl auch am zusätzlichen Backpulver liegen dürfte.
Stevia: Dieser Kuchen braucht gefühlt doppelt so lange wie der mit Honig, um durch zu sein. Er bleibt relativ hell und ist überraschenderweise gut aufgegangen.
Erythrit: Auch dieser Variante fehlt es leider etwas an Farbe. Obwohl ich den Kuchen mindestens 15 Minuten länger im Ofen gelassen habe als den Honig- und Zucker-Kuchen, bleibt er eher blass. Vielleicht hätte man ihn vorher mit Eigelb bepinseln sollen.
Kriterium 3: Der Geschmackstest
Honig: Dieser Apfelkuchen besitzt eine andere und etwas geringere Süße als der mit Zucker. Wahrscheinlich hätte ich doch ein bisschen mehr Honig nehmen sollen. Der spezifische Honiggeschmack kommt bei uns recht gut an. Der Teig ist deutlich lockerer als die anderen und irgendwie anders; etwas zu „sämig“, wie einer der Testesser meint. Ich finde ihn Ok.
Stevia: Auch dieser Kuchen hätte noch ein bisschen süßer sein dürfen. Die Frage ist, ob mehr Stevia aber auch zu besserem Geschmack geführt hätte. Das bezweifle ich zumindest. Die Meinungen von uns Kuchenessern gehen bei diesem Test zwar manchmal auseinander, bei der Stevia-Variante sind wir uns aber einig: Der Kuchen schmeckt irgendwie künstlich und schräg, er hinterlässt einen leichten undefinierbaren Nachgeschmack und ein komisches Gefühl im Mund. Und: Mir wurde ehrlich gesagt übel beim Essen 🙁 Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht?
Erythrit: Der ganz zum Schluss getestete Apfelkuchen mit Erythrit hat eine angenehme Süße, wirkt saftig und natürlich. Ich bin wirklich positiv überrascht: Dieser Kuchen schmeckt mir definitiv am besten, sogar besser als der mit Zucker!
Unsere Bewertung im Vergleich mit dem Original-Kuchen

Zusammengefasst hat der Kuchen mit Stevia am schlechtesten abgeschnitten. Er konnte vor allem geschmacklich nicht überzeugen und hinterließ ein seltsames Gefühl im Mund. Für Stevia gibt´s leider nur Platz 4.

Auf einem guten 3. Platz landet die Honig-Variante, die wohl auch aufgrund des eher milden Akazienhonigs und des zusätzlichen Backpulvers (= locker) recht gut ankam. Aber zwei andere waren noch besser…

Der normale Apfelkuchen mit Zucker hat in der Summe besser geschmeckt und bekommt von uns den 2. Platz. Das – leider nicht ganz so gesunde – Original lässt sich mit Ersatzstoffen also nur schwer toppen…

Der Gewinner des Backtests ist das Süßungsmittel Erythrit. Superlecker und kalorienfrei! Einen Haken hat das ganze dennoch. Ein Kilogramm des Zuckerersatzstoffs kostet mindestens um die 10 Euro.
Das Fazit der Glücksbäckerei zum Backen ohne Zucker
Wahrscheinlich bleibt es also dabei: Kuchen, Kekse, Cupcakes oder Tartes sind Genuss und sollten bewusst gegessen werden. Dem Geldbeutel (Erythrit), der Gesundheit (Zucker, Honig, vielleicht auch Süßstoffe) oder dem Magen (Stevia) zuliebe. Und jetzt bin ich gespannt auf eure Erfahrungen!
Danke an die Firma Natura, die mir Stevia und Erythrit für die Rezension zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.


98 Kommentare
Ich habe einen „dreh-dich-rum“ Käsekuchen gebacken und die 150g Zucker im Teig und 150g Zucker in der Quarkmasse komplett durch Erythrit ersetzt. Leider war mein Ergebnis, dass die Quarkmasse nicht wirklich fest wurde, dafür der Teig zu braun. Bisher hat dieser Kuchen mit normalem Zucker wunderbar geklappt (und mir auch besser geschmeckt), also ich weiss nicht wo das Problem liegt. Hast du eine Idee?
Ich mache ganz viel mit Erythrit und bin sehr zufrieden damit, aber mein herkömmliches Käsekuchen-Rezept funktioniert damit bei mir auch nicht. Der Teig fällt nach dem Backen komplett zusammen (auch wenn ich alle Tricks anwende, er ist dann nur noch ein Zentimeter hoch) und ist sehr nass, eigentlich unverzehrbar. Es gibt im Netz aber „Käsekuchen mit Erythrit“-Rezepte, davon will ich mal eins probieren. Viel Glück damit!
Hallo Gary,
300 Gramm Zucker kannst du 360 – 390 Gramm Erythrit ersetzen.
Damit der Kuchen nicht trocken wird, ist es empfehlenswert das Volumen der feuchten Zutaten um etwa 20 % zu erhöhen, zum Beispiel ein Ei mehr oder einen höheren Milchanteil.
Bei fettreichen Teigen kann Erythrit kristallisieren, es knirscht beim Kauen etwas.
Alternativ kannst du Zucker durch Xylit ersetzen und zwar 1:1, Xylit kristallisiert nicht.
Hallo Kathrin,
jetzt hatte ich ein Problem mit dem Server und weiß nicht in wie weit Dich meine Nachricht erreicht hat.
Zuerst nochmals vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Meine Frage war gedacht, in wie weit man das Verhältnis zu dem normalen Zucker sehen kann.
Wenn ich zum Beispiel normalerweise 300 gr. Zucker nehmen würde, wieviel Erythrit muss ich dann nehmen um die gleiche Süße zu erhalten? Auf der Packung von Erythrit heisst es pro Gramm Zucker 0,7 Gramm Erythrit. Würde heissen man müsste 330 Gramm Erythrit nehmen. In einer anderen Aussage auf Deiner Seite steht, man sollte den Masseverlust mit Stevia ausgleichen (80 % Erythrit und 20 % Stevia).
Vielen Dank schom im Voraus
Schöne Grüße
Gary
Hallo Gary, ich verwende minimal mehr Erythrit als Zucker, wenn du 100% nimmst, ist das aber meiner Meinung nach auch kein problem, süße ist ja immer auch Geschmackssache.
Hallo Kathrin,
leider habe ich die Rezepte zu dem Kuchen ohne Zucker nicht gefunden. Es wäre hilfreich zu wissen, wie Du das Verhältnis austariert hast? Von dem was ich gelesen habe, hat Erythrit weniger Volumen. Welches Verhältnis hast Du genommen 1:1 ?
Schöne Grüße
Gary
Hallo Gary,
welche Rezepte meinst du denn? Das Apfelkuchenrezept aus dem Beitrag findest du oben unter der Überschrift „Ein Apfelkuchen-Rezept und vier Varianten“. Weitere Rezepte ohne Zucker sind hier: https://www.backenmachtgluecklich.de/ernaehrungsweise/ohne-zucker
Klasse Artikel!
Ich hatte eine Fruktoseintoleranz, wobei man leider auch keinen normalen Zucker verträgt. Ich liebe aber Kuchen und backe auch selbst unheimlich gerne. x_x Also musste ich mir auch Alternativen suchen. Mit Stevia habe ich auch schon gebacken und hatte leider das selbe (schlechte) Ergebnis wie bei dir. Auch meine Familie fand den Nachgeschmack ziemlich eklig…
Mit Traubenzucker habe ich auch schon gebacken. Aber das ist auch eher weniger zu empfehlen… Traubenzucker hat eine viel geringere Süßkraft als der normale Zucker, wodurch man natürlich wesentlich mehr nehmen mus, was zum einen auch sehr eigenartig schmeckt und den Kuchen auch total trocken macht. Man muss dabei auch sehr aufpassen, dass er im Ofen nicht verbrennt.
Ich fand diesen direkten Vergleich bei dir total spannend! Von Erythrit und den guten Backeigenschaften habe ich schonmal gehört, aber auch dass der Kuchen mit dem Honig vergleichsweise so gut geworden ist, erstaunt mich.
Liebe Christina,
Danke für dein Feedback, freut mich dass dir der Beitrag geholfen hat! Hast du denn schon mein fructosefreies Kuchenrezept mit Reissirup gesehen?
https://www.backenmachtgluecklich.de/rezepte/backen-ohne-fructose-zitronenkuchen-mit-reissirup.html
Viele Grüße!
Oh das ist ja super! 🙂 Vielen Dank!
Das werde ich wohl sehr bald mal ausprobieren 😉
Ich benutze mittlerweile nur noch die Stevia-Erythrit-Mischung vom Tegut.
Die sieht aus wie Zucker, man verwendet sie wie Zucker, und sie schmeckt auch so.
Es sind mehr als 95% Stevioglycoside Rebaudiosid A oder wie das heißt drin, daher so gut wie kein
lakritziger Nachgeschmack.
Eine 350-g-Dose kostet knapp 6 Euro. Das ist zwar echt viel Geld, doch ich erreiche damit einfach
das beste Backergebnis.
Erfahrung Hefeteig
Nun habe ich mehrmals versucht einen einfachen Hefezopf mit Erythrit zu machen, aber das funktioniert nicht. Ich habe eine Vorteig mit normalem Zucker gemacht der gut aufging. Allerdings geht der mit Erythrit versezte „finale“ Teig nicht. Das Problem ist nicht das er schlecht geht, sondern er geht gar nicht. Ich habe dies nun mehrfach probiert und dem Teig bis zu 3 Stunden gegeben um zu gehen. Die waren alle für die Tonne…
Mit Zucker hergestellte Teige gehen immer ganz normal und der Kuchen gelingt.
Hallo Stefan, danke für deinen kleinen Erfahrungsbericht! Mich wundert allerdings, was du da erlebt hast – bei mir klappt Hefeteig mit Erythrit wunderbar, zumal du ja für den Vorteig sogar normalen Zucker verwendet hast. Das ist mein Lieblingsrezept für fluffigen Hefeteig mit Erythrit:
https://www.backenmachtgluecklich.de/rezepte/zimtschnecken-ohne-zucker.html
Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht erklären, warum der Teig bei dir nicht geht, immerhin kann man Hefeteig ja problemlos sogar komplett ohne Zucker machen (bis auf den Teelöffel oder so für den Hefeansatz), salziger Hefeteig für Brot o.ä. geht ja auch gut auf. Meine Einschätzung: Wenn es nicht am konkreten Rezept liegt, ist vielleicht mit deinem Erythrit-Produkte irgendwas „faul“….?!
Viele Grüße, Kathrin
Laut der Seite von Xucker muss mindestens 5g Zucker pro 500 g Mehl enthalten sein. Ich bin jetzt bei 10g und es geht recht gut. Der Teig geht nicht so auf wie bei Zucker. Aber das Ergebnis nach dem Backen ist ok.
Hefe isst den Zucker und wandelt ihn in Alkohol und Kohlendioxid um.
Hefe isst kein Erythrit. Das geht wohl nicht. Einfacher Test: Hefe in lauwarmes Wasser geben und dann Erythrit dazu geben. Gibt es Blasen? Falls nicht, wird der Teig auch nicht aufgehen.
@Kathrin: das Zimtschnecken-Rezept enthält Milch, Vollmilch enthält Glucose (Zucker) (andere Milch tlw. auch). Das könnte dann erklären warum der Teig auch bei Verwendung von Erythrit fluffig wird.
Hallo Stefan, das kann tatsächlich sein. Obwohl andere Bäcker oft behaupten, dass Hefeteig mit Erythrit angeblich nicht geht
Ich backe seit einiger Zeit nun mit Stevia und möchte auch hier kurz meine Erfahrungen teilen:
Da leider jedes Stevia-Produkt anders ist, müsste ich hier eigentlich den Produktnamen nennen. Jedenfalls ist es flüssiges Stevia.
Wie folgt ersetze ich Zucker: 1 TL Stevia = 20g Zucker
Wichtig ist, nicht allen Zucker durch Stevia zu ersetzen. Der Körper findet es nicht lustig, Süßes zu schmecken aber nicht zu bekommen. Sowas kann auf Dauer zu Unverträglichkeiten führen; ich ersetze immer ca. 2/3 des Zuckers. Die fehlende Masse gleiche ich mit gemahlenen Mandeln aus. Das geht super und hat bisher jedes Mal funktioniert. Die Mandeln machen den Kuchen meistens noch viel besser, aber der Preis ist natürlich höher und die Verfärbung leicht dunkler.
Hallo Tobias, danke für deinen kleinen Erfahrungsbericht, sehr interessant,auch das mit den Mandeln! Es gibt ja inzwischen auch Mischprodukte wie Steviazucker von Nordzucker.
Viele Grüße, Kathrin
Ich bin 72 und, leider, frische Diabetikerin ll. über Süßstoffe informiere ich mich gerade. bei der Nachfrage in der Apotheke wurde ich belehrt : Das Verzehr von normalem Zucker in sehr reduzierter Menge. freut sich die Bauchspeicheldrüsse mehr als über alle möglichen Süßstoffe inkl,Stevia,, Erythricin usw. Beim Backen könnte man diese Stoffe ein wenig mit normalem Zucker / Raffinade / strecken. und Gebäck leicht mit Puderzucker mit Erythricin bestäuben.
Hallo Vera, danke für deine Nachricht! Grundsätzlich ist gegen kleine Mengen Zucker sicher überhaupt nichts zu sagen; eine Mischung von Zucker und einem (möglichst natürlichen) alternativen Süßungsmittel ist aber sicher noch besser – so hat man beides, den normalen Zuckergeschmack, die Konsistenz und das Volumen und zugleich den gesundheitlichen Vorteil. Wenn du dich ein bisschen weiter hier umsiehst und meine Rezepte ohne Zucker anschaust, wirst du sehen, dass ich je nach Rezepttyp und Teigart etwas anderes empfehle – mal Erythrit, mal Xylit, manchmal braucht es aber auch einfach echten Zucker. Viel Spaß beim Nachbacken!
Ich habe mich Hals über Kopf in ein Stevia Experiment gestürzt. Ein Stevia Backbuch (zu viel experimentieren wollte ich auch nicht) und eine Dose Stevia und los gings. Leider war absolut nichts was ich gebacken habe auch nur annähernd genießbar. Ich hatte den Stevia Anteil im Vergleich zum Rezept deutlich reduziert und trotzdem war alles ekelhaft künstlich süß.
Wir hatten den Eindruck Süßstoff aus der Flasche zu trinken (ich hasse Süßstoff). Auch der Nachgeschmack und das komische Mundgefühl blieben den ganzen Tag erhalten und mir war stundenlang übel.
Mir kam nur der Gedanke, ob ich nicht das weiße, reine Steviapulver verwenden sollte, sondern evtl. das grüne noch naturbelassenere…
Evtl. wage ich mich da nochmal ran. Jetzt teste ich erstmal Erythrit. Da bei mir eine Insulinresistenz festgestellt wurde ist mir diese Seite, über die ich eben erst gestolpert bin, sehr willkommen!
Hallo Anna, danke für deinen kleinen Erfahrungsbericht. Stevia hat dich also, vorsichtig ausgedrückt, auch nicht gerade vom Hocker gehauen 😉
Bei Erythrit musst du nur den etwas kühlen Nachgeschmack beachten. Ansonsten kann ich die auch Xylit empfehlen, dazu veröffentliche ich morgen Tipps und ein Rezept.
Viele Grüße, Kathrin
Ich habe Plätzchen mit Erythrit gebacken und die waren ungenießbar. Es wurde ein kalter Nachgeschmack erkjannt, sehr künstlich. Das Rezept habe ich so abgewandelt, dass ich den Anteil Zucker mit eben dem Erythrit ersetzt habe.
So ging es mir auch. Mit Erythrit werden die Kekse hart und der kühle Nachgeschmack ist scheußlich. Nun probiere ich eine Mischung aus Stevia, Erythrit und Xylit.
Hallo Kathrin,
herzlichen Dank für den ausführlichen Test und die tollen Infos zun den alternativen Süßungsmitteln.
Dank deiner Mühe habe ich mich auch endlich an das Thema herangewagt und in meinem Eierlikörkäsekuchen einen Teil des normalen Zuckers mit -Carb Zucker ersetzt.
Das Rezept finden du und deine Blogbesucher hier: http://frisch-geschluepft.blogspot.com/2015/02/tim-malzers-eierlikor-kasekuchen.html
Da der Hersteller die Süßkraft mit der des herkömmlichen Zuckers als gleichwertig angibt, werde ich beim nächsten Mal mengenmäßig noch mutiger zur Alternative greifen 🙂
Lieber Gruß von Yvonne
Hallo
Habe eine Frage zu Erythrit.
Könnte man einen Rumtopf, bei dem ja auch relativ viel Zucker rein kommt, auch mit dem Zuckerersatzstoff ansetzen und herstellen ?
mfg
Gerhard
Hallo Gerhard,
ich denke, das dürfte gehen – wenn du richtig hochprozentigen Rum nimmst, sorgt der ja für die Haltbarkeit auch ohne Zucker. Du müsstest halt schauen, wie du das etwas kühle Mundgefühl des Erythrits im Rumtopf findest… Vielleicht also erstmal nur die Hälfte des Zuckers ersetzen? Berichte doch mal, falls du es ausprobierst!
Nachdem meine Backkünste mit Stevia misslungen und in den Müll gewandert sind, habe ich es mit Erythrit versucht. Geschmacklich besser, doch alle Kekse mit dem Austauschzucker sind wesentlich härter. Bei Kuchen ist es okay, aber Kekse würde ich nicht mehr machen.
Ich hätte eine Frage, habe Weihnachtskekse mit Stevia aisprobiert (aus einem Steviabackbuch) . Waren unmöglich zu essen…hart, geschmacklos, wie Stein nach dem Backen und den anderen Teig konnte ich nicht einmal auswalken. War nur trocken und bröselig. Keskse und Teig konnte ich nur entsorgen, was ich sonst nie mache. Da ich Diabetikerin bin, dachte ich mir eine Lösung gefunden zu haben auch Kekse naschen zu dürfen.
Lg, Somolinchen
Hallo Somolinchen, wie schon geschrieben – ich habe leider auch keine guten Erfahrungen mit Stevia gemacht. Was ich eher empfehlen kann, ist Erythrit, Xylit und Streusüße. Schau doch mal meine anderen Rezepte und Tipps zum Backen ohne Zucker an.