Einfaches Rezept für unglaublich cremiges Milchkaramell aus der Dose. Gelingt im Topf oder im Ofen
Dulce de Leche selber machen ist viel einfacher, als es klingt. Hinter dem hübschen Namen verbirgt sich nichts anderes als unglaublich cremiges Milchkaramell – hergestellt aus gezuckerter Kondensmilch quasi ohne Aufwand.
Im Gegensatz zu klassischer Karamellcreme wird hier kein Zucker geschmolzen und keine Butter eingerührt. Die einfache Dulce de Leche entsteht allein durch langes Erhitzen einer einzigen Zutat: gesüßter Kondensmilch. Das Ergebnis: eine sehr süße und intensiv karamellige Creme, die aus Südamerika stammt und z.B. für Torten, Kekse oder Desserts verwendet wird. Ich habe für euch 2 verschiedene Zubereitungsmethoden getestet. Eine davon ist besonders witzig: Dulce de Leche aus der Kondensmilch-Dose. Es gibt aber auch eine Ofenvariante im Wasserbad. Das Fazit vorweg: Beides funktioniert erstaunlich gut:
Übrigens: Unsere Kinder standen ständig neben dem Herd und waren fest überzeugt, dass die Dose gleich explodiert – wir hatten kurz zuvor eine alte „Nicht nachmachen!“-Fernsehfolge gesehen. Zum Glück verlief hier alles völlig unspektakulär: Statt Knall gab es am Ende einfach nur perfektes goldbraunes Milchkaramell 🙂 .


Dulce de Leche im Topf: So geht´s
Wenn ihr Dulce de leche in der Dose kochen wollt, benötigt ihr gesüßte Kondensmilch. Die gibt es z.B. von Dovgan oder Nestle („Milchmädchen“) in fast jedem Supermarkt. Die Dose liegt vollständig im Wasser und köchelt etwa drei Stunden sanft vor sich hin. Danach muss sie im Wasser abkühlen, bevor ihr sie öffnet. Mehr ist es im Grunde nicht – entscheidend sind nur ein paar Details, damit alles entspannt funktioniert.
Gelingtipps: Darauf solltet ihr achten
Ja, eine geschlossene Dose im Topf klingt erstmal spektakulär 😉 . In der Praxis ist Dulce de Leche aus Kondensmilch aber unkompliziert. Bitte beachtet die folgenden Hinweise:
- Der Topf muss groß genug sein. Ihr braucht keinen riesigen Spezialtopf. Ein normaler großer Haushaltstopf z.B. zum Spaghettikochen reicht völlig aus. Wichtig ist nur, dass die Dose die ganze Zeit vollständig mit Wasser bedeckt ist. Daher die Dose auch am besten reinlegen statt stellen.
- Das Wasser darf nicht kochen. Das Wasser sollte nur ganz sanft köcheln. Ein minimales Blubbern mit sichtbaren Luftbläschen reicht vollkommen aus; bitte nicht höherstellen!
- Explodiert die Dose? Diese Frage kommt fast immer. Hier gibt´s Entwarnung: Solange die Dose Dulce de leche im Topf vollständig mit Wasser bedeckt ist, das Wasser also nicht verkocht, passiert nichts. Mit halb aufgelegtem Deckel musste ich in meinen Tests gar nichts nachgießen; das kann bei euch natürlich anders sein.
- Habt Geduld. Dulce de Leche im Topf ist easy, dauert aber. Sie entsteht nicht durch geschmolzenen Zucker, sondern durch eine langsame Reaktion zwischen Milchbestandteilen und Zucker (Maillard-Reaktion). Diese braucht Zeit. Nach etwa drei Stunden sanftem Köcheln entstand eine perfekt karamellbraune Farbe und eine wunderbar cremige Konsistenz. Kürzere Zeiten ergeben eher eine hellere, mildere Variante.


Alternativ-Variante: Dulce de Leche im Ofen
Wenn ihr keine geschlossene Dose im Topf erhitzen möchtet, könnt ihr Dulce de Leche im Ofen zubereiten. Die Kondensmilch wird hierfür in eine kleine ofenfeste Form gegossen, mit Alufolie abgedeckt und im Wasserbad gegart. In den ersten 1-2 Stunden passiert optisch fast nichts. Erst danach wird die Masse langsam cremiger und dunkler. Zwischendurch solltet ihr ab und an umrühren und das Wasserbad kontrollieren – bei mir war nach einiger Zeit deutlich Wasser verdunstet. Für eine schöne karamellbraune Farbe braucht man rund 3 bis 3,5 Stunden. Geschmacklich und von der Konsistenz ist die Dulce de Leche aus dem Ofen übrigens nahezu identisch mit der Topfmethode.

Was macht man mit Dulce de Leche?
Nun habt ihr also tolles Milchkaramell und wollt das vielleicht nicht komplett pur vernaschen 😉 . Dulce de Leche ist unglaublich vielseitig. In Südamerika wird sie klassisch für Alfajores (gefüllte Kekse) verwendet, aber sie eignet sich auch für viele andere Rezepte wie Plätzchen mit Karamellcreme oder als Macarons-Füllung. Man kann sie für Karamell-Cheesecake und Schoko-Karamell-Shortbread verwenden oder als besonderes Topping z.B. für Karamelleis, Pancakes, Waffeln und Apfel-Cupcakes. Oder ihr esst sie statt Marmelade auf einer Scheibe Brioche oder Toast 🙂
Dulce de Leche
Zutaten
- 400 Gramm gezuckerte Kondensmilch z.B. Milchmädchen oder Dovgan
Zubereitung
- Als erstes das Papieretikett von der Dose entfernen. Legt die ungeöffnete Dose in einen ausreichend großen bzw. hohen Topf.
- Füllt kaltes Wasser ein, bis die Dose vollständig mit Wasser bedeckt ist (und das Wasser am besten 2-3 cm höher steht). Bringt das Wasser zum Kochen und reduziert die Hitze sofort auf mittlere Stufe, sodass es nur noch sanft simmert. Es soll nur ganz leicht blubbern, darf also nicht sprudelnd kochen.
- Lasst die Dose insgesamt rund 3 Stunden köcheln. Prüft zwischendurch ab und an kurz den Wasserstand und füllt ggf. etwas Wasser nach. Wichtig ist, dass die Dose auf jeden Fall durchgehend komplett mit Wasser bedeckt bleibt.
- Schaltet nach 3 Stunden den Herd aus und lasst die Dose vollständig 1-2 Stunden im Wasser abkühlen. Dann die Dose öffnen. Anfangs wirkt sie etwas weicher; beim Abkühlen wird sie nochmal fester und streichfähiger.
Video zum Rezept
Anmerkungen
- Menge: Man kann direkt zwei Dosen auf einmal karamellisieren; der Aufwand ist nicht größer, und ihr habt mehr davon. Die fertige Dulce de Leche hält sich in einem sauberen, gut verschlossenen Glas im Kühlschrank problemlos 2-3 Wochen.
- Alternative Ofen-Methode. Wenn ihr keine geschlossene Dose im Topf erhitzen möchtet, klappt es auch offen im Backofen. Gesüßte Kondensmilch in eine kleine ofenfeste Form gießen, dicht mit Alufolie abdecken und in eine größere 2. Auflaufform stellen. Heißes Wasser angießen, etwa bis zur halben Höhe der inneren Form. Bei 160-175 Grad Ober- und Unterhitze insgesamt etwa 3-3.5h garen. In den ersten 1-2h sieht man fast keine Veränderung. Danach wird die Masse langsam cremiger und etwas dunkler. Zwischendurch ab und an umrühren und das Wasserbad kontrollieren; ggf. heißes Wasser nachgießen.
Noch mehr Tipps zu diesem Rezept
Hier findest du Tipps, wie und durch was du Zutaten ersetzen kannst.


