Christstollen und ich, wir waren lange keine guten Freunde. Doch mit dem richtigen Rezept ist Stollen backen ganz easy, und dieser für uns weltbeste Christstollen wird bestimmt auch euch schmecken. Er wird herrlich saftig, gelingt zuverlässig, und ihr müsst ihn nicht wochenlang durchziehen lassen: Diesen Weihnachtsstollen könnt ihr nämlich schon nach 2 bis 3 Tagen anschneiden 🙂
Darum werdet ihr diesen Christstollen lieben
Weil manche Menschen keine Rosinen mögen oder ein Trauma durch staubtrockene Stollen davongetragen haben, wagen sich viele nicht ans Nachbacken des deutschen Weihnachtsklassikers. Dabei ist es so einfach, guten Christstollen selber zu machen!
- Saftig ohne langes Durchziehen: Manche sagen, ein Stollen müsse mindestens 2 bis 4 Wochen liegen. Meinen könnt ihr schon nach 2 bis 3 Tagen anschneiden, und er ist trotzdem schön saftig. Ihr könnt also ziemlich bald mit dem Vernaschen loslegen.
- Gelingsicher: Ich habe mein Stollenrezept vor Jahren aus vielen anderen zusammengebastelt und seither immer weiter verbessert. Er ist nicht sonderlich abgefahren, dieser Klassiker, aber eben einer mit Glücksbäckerei-Garantie. Das bedeutet, dass das Christstollen-Rezept einfach und gelingsicher ist. Wer noch nie mit Hefe gearbeitet hat, liest vorher am besten kurz meine ausführliche Hefeteig-Anleitung.
- Nicht übertrieben üppig: Ihr müsst euch hier nicht erst durch eine fünf Zentimeter dicke Puderzucker-Butter-Schicht kämpfen. Klar, Christstollen mit Marzipan ist üppig und süß. Man muss es aber auch nicht übertreiben.
- Ohne Zusatzstoffe: Feuchthaltemittel, künstliche Aromen und Co wie in gekauften Stollen braucht es eh nicht.
Die wichtigsten Zutaten für den Stollen
Die Basis von Omas Christstollen ist ein schwerer Hefeteig mit vergleichsweise viel Butter – was den Stollen saftig macht. Himmlisch! Mohnstriezel oder Panettone gehen übrigens in eine ähnliche Richtung 😉 .
- 220g Butter klingen nach viel, machen aber genau den Unterschied. Mit zu wenig Butter wird der Stollen schnell trocken. Spart hier also bitte nicht.
- Rosinen, Orangeat und Zitronat haben ein wunderbares Aroma und erzeugen die ganze spezielle Weihnachtsstollen-Konsistenz. Versprochen: Wenn ihr Orangeat und Zitronat sehr fein hackt, schmeckt man sie kaum heraus!
- Marzipan macht den Teig feucht und gibt ihm Süße und Aroma.
- Rum oder Apfelsaft und Stollengewürz schmecken weihnachtlich; mit Rum wird´s intensiver, mit Apfelsaft klappt es genauso gut und dann ist euer Stollen alkoholfrei. Das Stollengewürz könnt ihr kaufen oder einen Mix aus Zimt, Ingwer, Kardamom und Koriander verwenden.
Christstollen backen: So geht’s
Obwohl beim Thema Stollen-Backen irgendwie immer ein bisschen das Wort „kompliziert“ mitschwingt, ist die Zubereitung eigentlich gar keine Kunst. Hier im Überblick:
- Frühzeitig Früchte einlegen: Der erste Schritt passiert am besten schon am Vorabend, damit die Trockenfrüchte über Nacht durchziehen.
- Stollen-Teig kneten: Der Teig muss zweimal gehen, einmal ohne und einmal mit den Früchten. Plant dafür Zeit und einen warmen Platz ein.
- Christstollen formen: Der Teig wird ausgerollt und einmal übereinandergeschlagen, daher die typische Stollenform. Wie genau, steht unten bei den Fragen.
- Backen und buttern: Mit dem Ofen ist er noch nicht fertig. Das Buttern und Zuckern danach gehört dazu und passiert in zwei Etappen.
Na, wollt ihr den leckeren, saftigen Butterstollen mal testen? Es ist selbst Mitte Dezember noch nicht zu spät dafür 😉 . Damit euch Omas Christstollen-Rezept sicher gelingt und ihr die genau für euch passende Variante backen könnt, habe ich hier einige Tipps und Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengetragen.
So wird es ein guter, schöner Christstollen
In erster Linie kommt es auf das richtige Rezept mit einer ausreichend großen Menge Butter und Eier an. Marzipan macht den Teig ebenfalls leicht feucht. Außerdem darf der Stollen nicht zu lange gebacken werden sowie nicht zu flach sein, da er sonst tendenziell trockener wird.
Grundsätzlich ja, dann aber andere Trockenfrüchte wie Cranberrys oder gehackte Aprikosen bzw. Kirschen verwenden. Wenn man sie sehr fein hackt, schmecken aber auch Orangeat und Zitronat gut 🙂
Wahrscheinlich klappt der Stollen auch ohne. Gebt dann aber bitte ein paar Tropfen Bittermandel-Aroma dazu und rechnet damit, dass sich die Konsistenz minimal ändert. Falls ihr nur fragt, weil ihr Marzipan eigentlich nicht mögt: Stark heraus schmeckt man es nicht, dafür ist einfach zu wenig drin.
Den Teig zu einem Rechteck mit abgerundeten Ecken ausrollen. Eine der langen Seiten in die Mitte über die andere schlagen, sodass etwa zwei Drittel des Teiges bedeckt ist. Die „Nähte“ mit den Fingern jeweils festdrücken. Damit der Stollen nicht zu breit wird, eventuell durch doppelt gefalzte Alufolie begrenzen.
Mit einer Form wie dieser oder dieser erhält man einen höheren und gleichmäßigen Christstollen. Den Teig in der gefetteten Form auf ein mit Backpapier belegtes Blech stürzen, dabei die Form aber nicht abnehmen. Erst gegen Ende der Backzeit nochmal kurz ohne Haube backen.
Manche sagen, mindestens 2-4 Wochen. Der Christstollen nach meinem Rezept kann aber auch schon nach 2-3 Tagen wunderbar angeschnitten werden. Haltbar ist er durchaus 3-4 Wochen. Danach ist er nicht schlecht, aber selbst gemachter Stollen wird dann trocken.
Sobald er gebuttert, gezuckert und komplett abgekühlt ist, mehrfach in Folie wickeln und an einem kühlen dunklen Ort aufbewahren.
Ja klar. Zumindest in der Theorie 🙂 Am besten schon in Scheiben geschnitten und diese dann einfach bei Zimmertemperatur verpackt auftauen lassen.
Übrigens: Wer nach einer kleinen oder gesünderen Alternative zum einfachen Christstollen sucht, wird sicher bei meinen vielen weiteren Weihnachtsrezepten fündig. Ans Herz legen kann ich euch da vor allem die vegane Variante und das Low Carb Konfekt 🙂 ! Und wenn es noch schneller gehen soll: Mein Quarkstollen sowie der Stollenkuchen vom Blech müssen ebenfalls nicht durchziehen.
Christstollen
Zutaten
Für den Stollen
- 250 Gramm Rosinen
- 50 Gramm Orangeat
- 50 Gramm Zitronat
- 50 Gramm Mandeln gehackt
- 80 Milliliter Rum oder Apfelsaft
- 500 Gramm Weizenmehl
- 120 Milliliter Milch lauwarm
- 50 Gramm Zucker
- 1 Würfel frische Hefe
- 220 Gramm Butter weich
- 1 mittelgroßes Ei
- 1 mittelgroßes Eigelb
- 100 Gramm Marzipan-Rohmasse
- 1 Teelöffel abgeriebene Zitronenschale
- 2 Prisen Salz
- ¼ Teelöffel gemahlene Vanille oder Vanillepaste
- 1 Teelöffel Stollengewürz Zimt, Ingwer, Kardamom, Koriander
Zum Bestreichen
- 100 Gramm Butter grobe Angabe
- 3 Esslöffel Zucker
- 60 Gramm Puderzucker grobe Angabe
Zubereitung
- 250 Gramm Rosinen, 50 Gramm Orangeat, 50 Gramm Zitronat, 50 Gramm Mandeln, 80 Milliliter RumRosinen mit Orangeat, Zitronat und Mandeln mischen und mit dem Saft begießen. Zugedeckt am besten über Nacht ziehen lassen; es reicht notfalls aber auch eine Stunde, während man den Teig vorbereitet.
- 120 Milliliter Milch, 4 Gramm Zucker, 1 Würfel frische HefeDie Hefe in die lauwarme Milch bröckeln. Einen Teelöffel vom Zucker zugeben und rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
- 500 Gramm Weizenmehl, 46 Gramm ZuckerDas Mehl mit dem restlichen Zucker in eine große Rührschüssel geben. In die Mitte eine tiefe Mulde drücken und die Hefemilch hineingießen. Mit einem Küchentuch bedecken und 10 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen.
- 220 Gramm Butter, 1 mittelgroßes Ei, 1 mittelgroßes Eigelb, 100 Gramm Marzipan-Rohmasse, 1 Teelöffel abgeriebene Zitronenschale, 2 Prisen Salz, ¼ Teelöffel gemahlene Vanille, 1 Teelöffel StollengewürzDie Marzipanrohmasse in sehr kleine Stücke schneiden. Zusammen mit der weichen Butter, Eiern und Gewürzen mit in die Rührschüssel geben. Alles kurz miteinander verrühren und dann ca. 5 Minuten kneten (lassen). Der Hefeteig sollte sich vom Schüsselrand lösen.
- Teig abgedeckt an einem warmen Ort mindestens 30 Minuten gehen lassen. Dann die Trockenfruchtmischung unterkneten und nochmals 1.5 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Einen sehr großen oder zwei kleinere Stollen formen (siehe Tipp). Wer eine Stollenbackform (ca. 33 cm) verwendet, gibt den Teig vor der zweiten Gehzeit hinein.
- Stollen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Die Stollenform evtl. nochmal mit den Händen etwas verschönern. Weil der Stollen ohne Form tendenziell eher breiter und flacher wird, kann man ihn auf dem Blech etwas begrenzen, indem man z.B. doppelt gefalzte Alufolie verwendet oder an eine Seite eine Kastenkuchenform stellt.
- Den Stollen nochmals bedeckt eine halbe Stunde gehen lassen. Ofen auf 190 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Stollen 10 Minuten backen, dann bei nur noch 170 Grad weitere ca. 40 Minuten auf der zweiten Schiene von unten backen. Gegen Ende abdecken, falls er zu dunkel wird.
- 100 Gramm Butter, 3 Esslöffel Zucker, 60 Gramm PuderzuckerDie Butter schmelzen. Den fertigen Stollen aus dem Ofen holen und evtl. verbrannte Rosinen entfernen. Stollen noch heiß mehrfach mit der Butter bestreichen. Zunächst mit dem normalen Zucker bestreuen. Komplett abkühlen lassen, überschüssigen Zucker mit einem Löffel o.ä. etwas entfernen. Zuletzt den Puderzucker darüber sieben.
Anmerkungen
- Alternativzutaten: Orangeat und Zitronat schmecken nur sehr dezent heraus. Wer komplett darauf verzichten will, kann stattdessen mehr Rosinen und/oder Cranberrys verwenden.
- Stollen formen: Rollt ihn zunächst auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck mit abgerundeten Ecken aus. Eine der langen Seiten in die Mitte über die andere schlagen, sodass etwa zwei Drittel des Teiges bedeckt ist. Die „Nähte“ mit den Fingern jeweils festdrücken.
- Aufbewahrung: Den Stollen lagert man am besten gut in Alufolie verpackt an einem kühlen trockenen Ort. Zwei bis drei Tage sollte er vor dem Anschnitt durchziehen.



























54 Kommentare
Hallo Kathrin,
Gerade gebacken und perfekt geworden. Jetzt muss er nur noch so herrlich schmecken wie er aussieht. Das wissen wir aber erst am Sonntag 🙂
Vielen Dank für das gelingsichere Stollenrezept.
Hallo Denise, gerne! Freut mich sehr, dass dir das Rezept so gefällt. Und natürlich hoffe ich, der Geschmack ebenso.
Hallo Kathrin, ich habe den Stollen gebacken und mein Mann hat gesagt, der Beste den er je gegessen hat. Er war froh, dass wir keinen Besuch hatten und er ihn nicht teilen musste, außer natürlich mit mir ?
Ich habe Zitronat und Orangeat durch getrocknete Kirschen und Aprikosen ersetzt, einfach super!!! Ich habe schon den Auftrag nochmal einen zu backen.
Super finde ich auch die Idee, dass ich in deiner App meine eigenen Anmerkungen zu den Rezepten aufschreiben kann, dass ist normal eben der Nachteil zu Rezepten auf Papier.
Liebe Grüße und frohe Weihnachten ??
Hallo Momo, das ist ja wirklich toll, dass euch der Stollen auch so gut schmeckt, und dir die Features in unserer App gefallen 🙂 Viele Grüße!
Ich habe das Rezept auf deinem Blog entdeckt und direkt ausprobiert da mein Mann Stollen über alles liebt. Toll ist dass er nicht lange ziehen muss und so haben wir ihn heute gegessen, Wow er ist super lecker, das Rezept ist toll, super beschrieben, einfach zu backen und schmeckt super lecker! Vielen Dank für dieses tolle Rezept!!!
Hallo Patricia, lieben Dank für deine Rückmeldung – schön, zu hören, dass mein Rezept anscheinend nicht zu viel verspricht 😉
Ich mag das Aroma von Orangeat und Zitronat – aber mag nicht auf die Stuecke beissen. So hatte ich die Idee es in einer Kuechenmaschine ganz klein zu zerhacken, fast zu Brei Konsistenz. Geht wunderbar und der Stollen riecht und schmeckt auch sehr gut (meine ich wenigstens). Ich backe immer den Quarkstollen mit Backpulver von meinem Grossvater. Vielleicht sollte ich mal einen Hefestollen backen…..
Ja, das solltest du unbedingt mal testen! Ich mag auch das Aroma, aber nicht große Stücke – also so wie du 🙂
Hallo, kann ich den Stollen denn auch länger liegen lassen oder tut das nicht so gut? Meine Familie hat auch immer Stollen gebacken und meinte, der muss mindestens 4 Wochen liegen damit er gut durchzieht.
Ansonsten unbedingt ein Rezept was ich auch noch nachbacken möchte. Ich habe schon mehrere Sachen nachgebacken und bin begeistert. Danke 🙂
Hallo Franzi, wie schön dass dir meine Rezepte so gefallen!
Den Stollen sollte man tatsächlich etwas durchziehen lassen, aber mehrere Wochen mache ich nie. Da braucht es meines Erachtens auch sehr viel Fett/Butter, dass er so lange gut bleibt
Hallöchen,
kann ich auch fertige Hefeteigmischung verwenden?
Hallo, ich vermute mal schon, habe damit aber keine Erfahrung
Am kommenden Wochenende werden wir diesen Christstollen ausprobieren, und besonders deshalb, weil es ein Christstollen mit Marzipan ist. Weihnachten kann kommen, vielen lieben Dank!
Hallo!
Das ist ein Rezept nach meinem Geschmack. Orangeat und Zitronat sind auch nicht so mein Fall. Nur in geringen Mengen und fein gehackt geht es. Mein Mann mag es eigentlich überhaupt nicht. Aber von Marzipan sind wir alle ein Fan!
Liebe Grüße Kerstin
Hallo Kathrin,
ich persönlich mag Orangeat und Zitronat sehr, nur kein Marzipan.
Da mir meine Stollen letztes Jahr misslungen sind (u.a. Zucker total vergessen – durch Geburt unserer Tochter total im Stress gewesen), werde ich dieses Jahr keinen backen und hoffe, einen leckeren gekauften zu erwischen, am besten aus dem Erzgebirge.
Das mit dem Durchziehen kenn ich auch. Meine Mutter hat früher mind. 6 Stollen jedes Jahr gebacken und dann mussten die 4 Wochen ruhen. War schon hart, weil man ja so lange warten musste und nicht wusste, ob er schmeckt.
Schöne Vorweihnachtszeit
Lieben Gruß Rico
Hallo Rico,
sieh an, es gibt also auch das Gegenteil von mir und meinen Vorlieben ?
Ohne Zucker war das ganze wahrscheinlich nicht genießbar; obwohl, du hättest einen schönen Auflauf mit viel süßer Eiermilch machen können ?. Die „leichte Ablenkung“ durch die Geburt eines Kindes kenne ich. Setz einfach ein Jahr aus, und 2017 gibt’s dann perfekten Stollen!
Hallo Kathrin,,
ich denke genauso wie Du,,,Puderzucker-Butter-Schicht ,,künstliche Aromen,,,,so etwas mögen wir auch nicht,,,
Der Stollen liegt auch keine 14,Tage im Keller..:-)wir können gar nicht erwarten in anzuschneiden,,,
Tolles Rezept ,,,wird nach gebacken,,,
Lieben Gruß,,,Bille