Selbstgemachte Marshmallows sind herrlich: weich, fluffig, zuckersüß, schneeweiß, ein bisschen klebrig und elastisch 🙂 Also genau so, wie gute gekaufte auch. Nur, dass ihr mit unserem einfachen Marshmallow-Rezept das Aroma selber bestimmen könnt und genau wisst, was drinsteckt.
Darum sind selbstgemachte Marshmallows toll
- Marshmallows selber machen macht einfach Spaß. Es ist (auch für Kinder) witzig, zu sehen, wie aus quasi nichts in kurzer Zeit eine Süßigkeit wird.
- Ihr braucht für die Masse nur 3 sehr günstige Zutaten: Puderzucker, Gelatine und Wasser. Also eigentlich sogar nur 2 Zutaten 😉
- Mein Marshmallowrezept kommt anders als US-Rezepte ohne Zuckersirup, ohne Thermometer und Spezialequipment aus. Weiter unten erkläre ich, warum diese kompliziertere Zubereitung gar nicht nötig ist.
- Die reine Arbeitszeit beträgt gerade einmal 20 Minuten.
- Ob Minis für heiße Schokolade oder große für S’mores: Die Größe ist flexibel. Ihr könnt die selbstgemachten Marshmallows rösten wie gekaufte. Sie sind dann außen crunchy und innen weich.
- Mein Marshmallowrezept ist mehrfach getestet. Ich habe zudem 3 komplett verschiedene Methoden verglichen: mit der normalen Küchenmaschine, im Thermomix und nach der amerikanischen Methode mit gekochtem Sirup.
Die Marshmallow-Zutaten
Ich hatte irgendwie immer gedacht, dass in Marshmallows Eiweiß steckt. Beim Aufschlagen sieht die Masse auch tatsächlich aus wie Meringue bzw. Baiser – nur dass hier kein einziges Ei drin ist. Stattdessen braucht ihr:
- Puderzucker ist die Basis, und zwar viel davon. Er ist nicht nur für die Süße da, sondern gibt der Masse Volumen und Struktur. Puderzucker löst sich in warmer Flüssigkeit besser auf als normaler Kristallzucker, der körnig bleiben würde (oder erst zu Sirup gekocht werden muss).
- Gelatine macht aus einer Art süßen Flüssigkeit überhaupt erst Mäusespeck, der fluffig und elastisch wird. Ich nehme 2 Päckchen gemahlene Gelatine wie diese, weil die am einfachsten in der Verwendung ist.
Der Rest wie Vanille und Speisestärke (Maisstärke) ist nur zum Aromatisieren da bzw. erleichtert das Handling, damit möglichst wenig klebt. Damit sind die Marshmallows glutenfrei und fettfrei, aber natürlich trotzdem nicht wirklich gesund 😉 Zum Thema Ernährung gleich noch 2 Erfahrungen aus meinen vielen Tests:
Aus diesem Rezept leider nicht und ich habe bei meinen Tests auch keine gute Alternative finden können. Mit Agar-Agar wird die Masse z.B. einfach nicht fluffig und später fest.
Am allerbesten gelingt das Rezept mit normalem Puderzucker. Ich habe es allerdings auch schon mit fein gemahlenem Pudererythrit gemacht. Das Ergebnis ist super kalorienarm, lecker und stabil, hat aber keine ganz so schöne Konsistenz, verliert beim Lagern schneller seine Form und kann zudem „kühl“ schmecken.
Marshmallows selber machen: Meine Gelingtipps
Wie macht man Marshmallows? Die Zubereitung ist schnell erklärt: Gelatine quellen lassen, auflösen, mit Zucker aufschlagen, in die Form gießen, fest werden lassen, schneiden. Damit es bei euch sofort klappt, hier meine Tipps und ein Marshmallow-Rezept-Video:
- Die Gelatine darf nicht kochen. Beim Auflösen, egal ob für Tortenfüllungen oder eben dieses Rezept, dürft ihr sie nur erwärmen. Ab etwa 80 Grad verliert Gelatine nämlich ihre Gelierkraft. Und dann wird eure Masse niemals fest.
- Das richtige Aufschlagen ist der wichtigste Schritt. Die Zeitangaben dafür gehen von rund 3-15 Minuten. Fakt ist: Beides stimmt garantiert nicht 😉 Aber es gibt sehr einfache Anhaltspunkte, wann die Masse fertig ist: Sie muss kurz ihre Form halten, wenn man sie mit einem Löffel oder dem Schneebesen der Maschine anhebt (also weder flüssig fließen noch ganz fest sein). Bleibt auf jeden Fall neben der Küchenmaschine stehen. Wenn das Gerät spürbar langsamer wird, ist das ein gutes Indiz. In meiner Kitchenaid dauert das Marshmallow-Schlagen etwa 3.5 Minuten. Für das Video habe ich minimal zu lange geschlagen. Die Creme ließ sich danach nicht mehr komplett glatt streichen (was letztlich aber nur ein optisches Problem ist).
3 Zubereitungs-Methoden im Vergleich
Wenn ihr nach Marshmallow-Rezepten googelt, landet ihr quasi immer auch bei der amerikanischen Zubereitungsart. Dort werden Zucker und gekaufter Glukosesirup auf 116 Grad gekocht, der heiße Sirup kommt zur Gelatine und das Ganze muss um die 12h ruhen. Ist dieser größere Aufwand gerechtfertigt? Für mich nicht. Die Marshmallows waren vielleicht minimal feinporiger, der Rest gleich. Eine weitere Variante ist es, Marshmallows im Thermomix zu machen. Dauert etwas länger, die Masse bleibt flüssiger und sie bekommen obendrauf eine Minikruste, sind aber trotzdem lecker. Mein Favorit ist die simple Küchenmaschinen-Methode.
Ich bin gespannt, was ihr zu diesem etwas anderen Rezept sagt! Probiert´s doch gleich mal aus 🙂 Die selbstgemachten Marshmallow sind übrigens auch gut haltbar. Theoretisch. Bei uns waren sie auch nach 10 Tagen noch einwandfrei, und das bei sommerlichen Temperaturen. Übrig waren allerdings nur 3 Probier-Exemplare, die ich mit „nicht essen!“ beschriftet hatte 😉 Und wenn ihr sie nicht alle pur vernaschen wollt, könnt ihr zumindest im Herbst und Winter einen Teil auch für die Trinkschokolade am Stiel, fürs Süße Raclette oder die Weihnachtsbäume zum Essen verwenden.
Marshmallows
Zutaten
Für die Marshmallows
- 275 Gramm Puderzucker gesiebt
- 150 Milliliter Wasser
- 18 Gramm gemahlene Gelatine 2 Pck. je 9g
Zum Fertigstellen
- 1 Teelöffel Vanillepaste optional
- 25 Gramm Speisestärke grobe Menge
- 25 Gramm Puderzucker grobe Menge
- Öl für die Form
Zubereitung
- 25 Gramm Puderzucker, Öl, 25 Gramm SpeisestärkeEine ca. 20*25 cm große Form dünn mit Öl bepinseln oder einsprühen. Speisestärke mit 2 EL Puderzucker vermischen. Die Form mit einem kleinen Teil des Mixes dünn bestäuben. Rest für später beiseite stellen.
- 18 Gramm gemahlene Gelatine, 150 Milliliter WasserDie gemahlene Gelatine mit dem Wasser in einen kleinen Topf geben und gut verrühren. Etwa 5 Minuten quellen lassen. Dann die Mischung bei niedriger Hitze unter stetigem Rühren kurz erwärmen, bis sich die Gelatine aufgelöst hat und die Masse klar ist.
- 275 Gramm PuderzuckerDen Puderzucker in die Rührschüssel der Küchenmaschine sieben. Für das Schlagen den Schneebesen-Aufsatz verwenden. Die Küchenmaschine auf niedriger Stufe starten und die warme Gelatinemischung währenddessen langsam an der Schüsselwand entlang in die Schüssel gießen.
- 1 Teelöffel VanillepasteKüchenmaschine dann auf die höchste Stufe schalten und die Masse etwa 3-4 Minuten lang schlagen, bis sie sehr fluffig und dick, aber noch nicht zu fest zum späteren Glattstreichen ist. Die Vanillepaste gegen Ende mit unterrühren.
- Die Masse sofort in die vorbereitete Form füllen und glattstreichen. Unbedeckt bei Zimmertemperatur etwa 1 Stunde (oder länger) fest werden lassen.
- Die Oberfläche danach mit etwas Stärke-Puderzucker-Mischung bestäuben. „Marshmallow-Platte“ auf Backpapier stürzen. Ein großes scharfes Messer leicht einölen und die Platte in Würfel schneiden. Die Würfel in der übrigen Stärkemischung wälzen.
Anmerkungen
- Form: Die Formgröße bestimmt nur, wie hoch die Marshmallows werden, kann also auch etwas größer oder kleiner sein. In einer etwa 20*25 cm großen Form werden sie ca. 3 Zentimeter hoch.
- Alternative Zubereitung im Thermomix: Hierfür nur die halbe Zutatenmenge verwenden. Gelatine und Wasser ca. 2 ½ Minuten bei 80 Grad auf Stufe 3 erwärmen. Schmetterling einsetzen, Puderzucker zugeben und auf Stufe 4 ca. 8-10 Minuten schlagen. Die Masse bleibt etwas flüssiger als in der Küchenmaschine.
- Aufbewahrung: Die Marshmallows halten sich gut verpackt (z.B. in einer Tupperdose mit gut schließendem Deckel) bei Zimmertemperatur mind. 1 Woche. Nicht im Kühlschrank lagern!
- Rösten: Die Marshmallows lassen sich ähnlich wie gekaufte für S’mores rösten bzw. grillen, auch wenn sie schon etwas hart waren. Sie werden außen kross und bleiben innen weich.

























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