selbstgemachtes Brotgewürz in einem Schüsselchen neben Brot
  • 5min
  • 5,0 (1)

Brotgewürz selber machen

  • Vegan
  • Vollwertig

Brotgewürz selber machen dauert keine 5 Minuten – aber macht eure selbstgebackenen Brote so richtig lecker!

Kathrin Runge

Rezept von Kathrin Runge

vom 12.09.2026

Wenn ihr euer Brot mit selbstgemachtem Brotgewürz verfeinert, duftet die Küche schon beim Backen herrlich. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich Brotgewürz mögen würde, weil viel drin steckt, was ich eigentlich so gar nicht mag. In der richtigen Dosis gefällt (mir) Brot mit Brotgewürz aber tatsächlich noch besser als ohne!

Darum lohnt es sich, Brotgewürz selber zu machen

  • Euer Brot schmeckt wie vom guten Bäcker, nur eben selbst gebacken. Die leicht würzige, aromatische Note macht den naturgemäß immer sehr schlichten Teig zu etwas Besonderem.
  • Ihr bestimmt selbst, was hineinkommt (oder eben nicht). Mehr Kümmel, weniger Fenchel oder auf keinen Fall Anis? Das Brotgewürz-Rezept ist super variabel und lässt sich ganz einfach nach eurem Geschmack anpassen.
  • Ihr braucht nur 4 schon gemahlene Gewürze, die ihr vielleicht sowieso fürs Kochen zuhause habt.
  • Einmal gemischt, immer einsatzbereit: Das Brotgewürz lässt sich gut aufbewahren.

Was ist Brotgewürz überhaupt?

Brotgewürz ist eine Mischung, die meist aus Kümmel, Fenchel, Koriander und Anis besteht. Je nach Region kommen zusätzlich z.B. Bockshornklee, Nelken oder Schabzigerklee dazu. Die Gewürze haben nichts damit zu tun, ob euer Brot an sich gelingt. Ihr könnt sie also zugeben oder weglassen, ohne am Rezept selbst etwas zu ändern. Ihre Aufgabe ist einfach „nur“, den Geschmack zu verbessern.

Die 4 typischen Brotgewürze

Wenn ihr Brotgewürz selber machen wollt, ist es sinnvoll, erstmal mit einer traditionellen Mischung aus den folgenden 4 Gewürzen zu starten:

  • Kümmel ist das typischste aller Brotgewürze. Es schmeckt besonders intensiv und sollte mengenmäßig auch am meisten drin stecken.
  • Fenchel ist vergleichsweise mild und leicht süßlich.
  • Koriander bringt ein etwas warmes, spezielles Aroma mit.
  • Anis schmeckt leicht nach Lakritz, sehr würzig und intensiv. Nicht jedermanns Sache 😉 Deswegen hier ein wichtiger Tipp: Wer ihn gar nicht mag, macht das Brotgewürz ohne Anis und nimmt einfach von einem anderen Gewürz etwas mehr.

Wie viel Brotgewürz kommt ins Brot?

Die Angaben in Backbüchern und im Netz gehen weit auseinander. Und letztlich ist die Dosierung natürlich immer auch Geschmackssache. Ich habe für euch zwei identische Sauerteig-Bauernbrote parallel gebacken, dabei einmal eine kleinere, einmal die doppelte Menge Brotgewürz verwendet.

Das „mildere“ habe sogar ich gern gegessen, und das, obwohl ich Fenchel und Anis sonst tatsächlich fast schon „hasse“ (und niemals einen Tee daraus trinken würde). Das kräftigere war deutlich würziger, aber auch nicht extrem. Falls ihr beim Thema Brotgewürz v.a. an Vinschgauer oder Schüttelbrot denkt: Beide meiner Dosierungen sind davon weit entfernt.

Mein Tipp: 4 bis 5 Gramm Brotgewürz auf 500 Gramm Mehl ergeben ein dezent gewürztes Brot, 8 bis 9 Gramm schmecken schon merklich intensiver. Ich gebe die Menge übrigens in Gramm statt in Löffeln an, da das viel genauer ist.

Brotgewürz selbstgemacht auf Löffel für selbstgebackene Brote

Meine Tipps für selbstgemachtes Brotgewürz

  • Schon gemahlene Gewürze sparen Nerven. Ich habe beides getestet. Wenn ihr euer selbstgemachtes Brotgewürz aus ganzen Samen macht, bekommt ihr zwar mehr Aroma. Aber: Kümmel etwa bekommt man im Mörser kaum klein, in einem Mixer ebenfalls eher schlecht und wenn doch, ist die Gefahr hoch, dass sich der Kunststoffbehälter unschön braun verfärbt. Ich kaufe die Gewürze seither also immer direkt gemahlen 😉 .
  • Würzt am besten kräftiges, dunkles Brot. Ob ihr das Brotgewürz für Rezepte mit Hefe oder Sauerteig nutzt, ist egal, selbst Sauerteigbrötchen oder Knäckebrot lassen sich damit aufpeppen. Helles Toastbrot z.B. ist meiner Meinung nach weniger dafür geeignet. Am besten harmoniert Brot-Gewürz mit eher dunklen Mehlsorten, wie z.B. im Roggen-Sauerteigbrot.

Übrigens, ein netter Nebeneffekt des Brotgewürz-Rezepts: Kümmel, Fenchel, Koriander und Anis sind dafür bekannt, die Verdauung ein wenig zu unterstützen. Nicht umsonst stecken genau die auch in jedem Magen-Darm-Tee. Also noch ein Grund mehr, das Rezept gleich mal zu testen 😉

Selbstgemachtes Brotgewürz

Selbst gemischtes Brotgewürz aus Kümmel, Fenchel, Koriander und Anis. Lässt sich nach Geschmack anpassen & macht eure Brote richtig lecker
Kathrin Runge Rezept von Kathrin Runge
Vorbereitung5 Minuten

Zutaten

50
Gramm
  • 25 Gramm Kümmel gemahlen
  • 10 Gramm Fenchelsamen gemahlen
  • 10 Gramm Koriandersamen gemahlen
  • 5 Gramm Anis gemahlen

Zubereitung

  • 25 Gramm Kümmel, 10 Gramm Fenchelsamen, 10 Gramm Koriandersamen, 5 Gramm Anis
    Die vier gemahlenen Gewürze abwiegen und in ein sauberes, trockenes Schraubglas geben.
  • Die Gewürze mit einem Löffel sehr gut miteinander vermischen. Brotgewürz luftdicht verschlossen, trocken und an einem eher dunklen Ort aufbewahren.

Anmerkungen

  • Gewürz-Verhältnis: Die Mengen sind keine strikte Vorgabe. Ihr könnt auch von einem Gewürz mehr nehmen und von einer anderen Sorte weniger oder nichts, wenn ihr z.B keinen Anis mögt. Kümmel als Hauptzutat ist allerdings am besten.
  • Ganze Samen: Wer die Gewürze ungemahlen kauft und selbst mahlt, bekommt ein noch aromatischeres Gewürz und kann die Mischung etwas gröber lassen. Sie lassen sich aber teils schwer mörsern.
  • Dosierung: Die Dosis ist Geschmackssache. Grundsätzlich könnt ihr so viel nehmen, wie ihr mögt. Für mich ergeben ca. 4-5 g Brotgewürz für ein Brot aus 500g Mehl ein sehr mild gewürztes Brot, ca. 8-9g auf 500g Mehl werden schon intensiver.
  • Verwendung: Das Brotgewürz immer erst gut unters Mehl mischen, dann die restlichen Brotzutaten zugeben. So stellt ihr sicher, dass das Brotgewürz gleichmäßig verteilt ist.
  • Du hast nicht alles da?

    In der Zutaten Tauschbörse findet ihr Tipps, wie und durch was ihr Zutaten ersetzen könnt.

Passende Rezept-Ideen für dich
Kathrin Runge

Hallo, ich bin Kathrin!

Ich bin Gründerin von „Backen macht glücklich“, Backbuchautorin, Journalistin und seit meiner Kindheit leidenschaftliche Bäckerin. Was mich glücklich macht? Neue Rezepte zu entwickeln, sie auszuprobieren, zu fotografieren und mit euch zu teilen.

Seit 2012 findet ihr hier alles rund ums Backen – von schnellen Muffins bis zur festlichen Torte.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Stöbern und Nachbacken. Schön, dass du das bist!

Mehr über mich

Für gelingsichere Rezepte bekannt aus:

Deine Rückmeldung zum Rezept

Hast du das Rezept nachgemacht? Dann freue ich mich über dein Feedback und deine Bewertung.

Deine Rezept-Bewertung




Noch keine Kommentare