selbstgemachte Türkische Pizza mir Petersilie und Spitzpaprika
  • 1h20min
  • 5,0 (1)

Lahmacun: Türkische Pizza selber machen

Dünner Hefeteig-Fladen mit würzigem Hackfleisch-Belag: Mit diesem Rezept könnt ihr den beliebten türkischen Snack auch daheim backen

Kathrin Runge

Rezept von Kathrin Runge

vom 27.09.2026

Türkische Pizza gehört zu den beliebtesten Imbiss-Klassikern aus der türkischen Küche. Und damit ihr für sie nicht immer erst zum Dönerladen laufen müsst, verrate ich euch ein einfaches Lahmacun-Rezept, das ihr an eure persönlichen Vorlieben anpassen könnt.

Was ist Lahmacun – und warum schmeckt es so gut?

Türkische Pizza ist ein Teigfladen, der mit einer Mischung aus Hackfleisch und Gemüse bestrichen und dann im Ofen knusprig gebacken wird. Lahmacun schmeckt herzhaft, sehr würzig und richtig aromatisch. Man kann es ähnlich essen wie eine italienische Pizza – oder man füllt und rollt es wie einen Wrap. Klar, gerade in Großstädten bekommt man Lahmacun ähnlich wie Döner quasi an jeder Ecke; wenn ihr aber wie wir auf dem Dorf lebt 😉 , nicht so viel Geld ausgeben oder mal eine vegetarische Variante testen wollt, ist es toll, Lahmacun selber machen zu können. Bei uns gibt´s das Ganze ab und an gerne mal als besondere Alternative zum normalen Abendessen, wo wir sonst eher belegtes Sauerteigbrot, Toast oder Fladenbrot essen.

Der Lahmacun-Teig: So macht ihr ihn richtig

Türkische Pizza basiert auf einem schlichten neutralen Hefeteig mit etwas Olivenöl, aber ohne Joghurt wie bei der türkischen Pide. Der Lahmacunteig ist eher fest, damit er sich später gut verarbeiten lässt.

Nach dem Gehen rollt man ihn portionsweise zu dünnen Fladen aus. Durch seine Konsistenz schnurrt der Lahmacun-Teig dabei leider immer wieder etwas zusammen. Das ist normal und sollte euch nicht stressen, immerhin muss die türkische Pizza ja nicht perfekt rund sein. Ich rolle ihn meist direkt auf einer leicht bemehlten Pizzaschaufel aus, weil man ihn dann nicht mehr „transportieren“ muss, sondern herunterschieben kann.

Ein wichtiger Hinweis: Selbstgemachte türkische Pizza ist kleiner als ihr das vielleicht vom Imbiss gewohnt seid. Meine haben ca. 20 cm Durchmesser und etwa 100g, weil sie sich 1. so gut ausrollen lassen und man 2. zwei parallel backen kann. Wer sehr große Fladen will, etwa 25 cm, muss dementsprechend mehr Teig pro Stück nehmen.

mehrere Fladen selber gemachte türkische Pizza mit Zwiebeln und Petersilie

Der Belag: Türkische Pizza mit Hackfleisch

Der Original-Lahmacun-Belag ist Hackfleisch aus Rind, manche geben auch etwas Lamm dazu. Schweinefleisch gehört natürlich nicht in die türkische Küche. Wenn es kein Original sein muss und ihr nichts gegen Schwein habt, könnt ihr aber problemlos ganz normales gemischtes Hack aus Schwein und Rind verwenden. Dazu kommen Tomaten, Spitzpaprika, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze.

  • Die Hackmasse wird, anders als z.B. bei Pide, Empanadas oder Poğaça, nicht erst angebraten, sondern kommt roh auf den Teig. Sie gart dann quasi beim Backen der ganzen Türkischen Pizza mit.
  • Das „funktioniert“, wird also gar, weil die Schicht dünn ist und die Backtemperatur hoch.
  • Ich empfehle euch nicht, wie manch andere Rezepte, die Hackmasse schon am Vorabend vorzubereiten. Mir persönlich wäre die Keimgefahr zu groß. Außerdem können die Tomaten im Teig die Masse dann verwässern.

Meine Tipps: Füllen, Rollen, Veggie

  1. Wie isst man türkische Pizza? Dafür gibt es keine allgemeine Antwort, schließlich passt, was euch schmeckt. Einerseits kann man sie natürlich frisch gebacken „flach“ essen. Was kommt auf Lahmacun? Zum Beispiel rote Zwiebelringen, frische Petersilie, Salat und Schafskäse. Oder ihr macht klassische gerollte Lahmacun mit Füllung. Etwa ebenfalls mit Salat, Soßen bzw. Cacık oder Zaziki, oder eben auch Käse.
  2. So formt ihr eine Rolle: Wer gefüllte Lahmacun essen will, muss die gebackenen knusprigen Fladen erst flexibler und weicher bekommen. Dafür gibt es einen simplen Trick: Sofort nach dem Backen stapeln, solange sie heiß sind, und ein umgedrehtes Blech als Art Deckel darauflegen. Dann entsteht eine Art Dampf. Es kann allerdings etwas dauern, bis die türkische Pizza biegbar ist, auch mal länger als fünf Minuten .
  3. Probiert mal vegane Türkische Pizza! Wenn euer Lahmacun vegetarisch oder vegan sein soll, müsst ihr einfach nur Veggie-Hack verwenden. Ich esse eh fast kein Fleisch und habe beides getestet. Da pflanzliche Hackalternativen oft schon vorgegart sind, kann es nur sein, dass die Backzeit etwas kürzer ist oder der Belag leicht knusprig wird. Superlecker ist es aber ebenfalls!

Türkische Pizza

Lahmacun ist nicht nur in der türkischen Küche so beliebt: Die mit Hackfleisch bestrichenen Hefeteigfladen sind wunderbar würzig und lecker!
Kathrin Runge Rezept von Kathrin Runge
Vorbereitung40 Minuten
Backzeit40 Minuten
Gehzeit1 Stunde 5 Minuten

Zutaten

8
Stück

Für den Teig

  • 500 Gramm Weizenmehl Type 405 oder 550
  • 7 Gramm Trockenhefe
  • 1 Teelöffel Zucker gestrichen
  • 260 Milliliter Wasser lauwarm
  • 2 Teelöffel Salz gestrichen
  • 30 Gramm Olivenöl

Für den Belag

  • 1 große rote Zwiebel
  • 2 Stück Spitzpaprika je ca. 100g
  • 2 mittelgroße Tomaten
  • 2 Stück Knoblauchzehen
  • 20 Gramm Tomatenmark
  • 15 Gramm Ajvar optional
  • 4 Stängel Petersilie
  • 1 ½ Teelöffel Salz gestrichen
  • ½ Teelöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Paprikapulver
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel
  • Chili & Pfeffer nach Belieben
  • 300 Gramm Hackfleisch siehe Tipps

Zubereitung

  • 500 Gramm Weizenmehl, 7 Gramm Trockenhefe, 1 Teelöffel Zucker, 2 Teelöffel Salz, 260 Milliliter Wasser, 30 Gramm Olivenöl
    Für den Hefeteig Mehl mit Zucker und Trockenhefe in eine Rührschüssel geben und mischen. Das lauwarme Wasser dazugeben und kurz stehen lassen. Salz und Öl zugeben, 1 Minute langsam kneten, dann ca. 5 Minuten auf mittlerer bis hoher Stufe. Der Teig löst sich dabei komplett vom Schüsselrand.
  • Den Teig abgedeckt circa 45 Minuten gehen lassen, bis er sich mindestens verdoppelt hat.
  • Den Teig in 8 Stücke je ca. 100 Gramm teilen, wie Brötchen rundwirken bzw. die Oberfläche straffen und mit einem feuchten Tuch abgedeckt ca. 20 Minuten ruhen lassen.
  • 1 große rote Zwiebel, 2 Stück Spitzpaprika, 2 mittelgroße Tomaten, 15 Gramm Ajvar, 1 ½ Teelöffel Salz, ½ Teelöffel Zucker, 1 Teelöffel Paprikapulver, 1 Teelöffel Kreuzkümmel, Chili & Pfeffer
    Währenddessen Zwiebel, Knoblauch, Paprika und Tomaten schälen, entkernen und grob schneiden. Mit Tomatenmark, Ajvar und den Gewürzen in einen kleinen Mixer geben und grob pürieren. Die Petersilie fein hacken.
  • 4 Stängel Petersilie, 300 Gramm Hackfleisch
    Tomatenpaste und Petersilie mit einem Löffel unters rohe Hackfleisch mischen.
  • Den Backofen auf 240 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Falls vorhanden, einen Pizzastahl oder Pizzastein mit vorheizen. Die Teiglinge nacheinander auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz zu einem etwa 20 Zentimeter großen Fladen ausrollen. Am besten auf eine leicht bemehlte Pizzaschaufel oder alternativ ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
  • Jeweils ein Achtel der Hackmasse dünn daraufstreichen und einen ganz schmalen Rand frei lassen.
  • Türkische Pizza im oberen Drittel ca. 8-10 Minuten backen. Falls ihr sie füllen und rollen wollt: Die fertigen Fladen sofort stapeln und mit zweiten Blech als Art Deckel abdecken. Durch den Dampf werden sie nach einigen Minuten weich.

Anmerkungen

  • Hackfleisch: Im Original kommt meist Rinderhack auf den Lahmacun, manche Rezepte machen etwas Lammhack dazu. Schweinefleisch gehört nicht in die türkische Küche; dennoch könnt ihr für eure eigene Variante auch normales gemischtes Hack aus Schwein und Rind verwenden. Mit vegetarischem Hack funktioniert das Rezept genauso.
  • Blech, Pizzastahl oder -Stein: Entscheidend ist die hohe Temperatur und ein Untergrund, der schon heiß ist, wenn der Fladen darauf kommt. Ich nehme meist ein Pizzastahl/blech oder den Pizzastein. Wenn ihr beides nicht habt, geht es auch mit einem normalen Backblech. Je nach Blech verzieht sich das bei der Temperatur etwas.

Für gelingsichere Rezepte bekannt aus:

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