Viele feine helle Böden, dazwischen Schichten aus dunkler Schokocreme und obendrauf eine samtige Glasur: Die Prinzregententorte ist für mich einer der schönsten (bayerischen) Tortenklassiker überhaupt! Ihren Namen verdankt sie Luitpold von Bayern, der zwischen 1886 und 1912 Prinzregent des Königreichs Bayern war. Wenn ihr Schokolade und zarte Tortenschichten liebt, lohnt sich der Aufwand für dieses majestätische Rezept wirklich!
Darum werdet ihr die Prinzregententorte lieben!
- Der Anschnitt ist ein echter Hingucker: Klar, eine Prinzregententorte ist definitiv kein schneller Kuchen für zwischendurch. Die Zubereitung braucht etwas Zeit. Aber wenn am Ende all die feinen Schichten zum Vorschein kommen, macht das schon ziemlich stolz – ein bisschen wie bei Brot mit selbst angesetztem Sauerteig 😉.
- Sie schmeckt herrlich: Die Kombination aus zarten, buttrigen Böden, feiner schokoladiger Creme und Zartbitter-Topping ist einfach toll, vor allem, wenn alle Schichten schön durchgezogen sind.
- Teig und Guss sind unkompliziert. Für Original-Prinzregententorte gibt es nämlich 2 Varianten. Nach mehreren Tests habe ich mich für Rührteig entschieden, weil der beim Nacheinander-Backen vieler Böden stabiler und unkomplizierter ist als Biskuit bzw. Wiener Masse. Weiterer Pluspunkt meines Rezepts: Die Glasur muss nicht temperiert werden und glänzt trotzdem schön.
- Es ist eine Prinzregententorte ohne Alkohol. Anders als manche Konditorei-Version kommt meine Prinzregententorte ohne Rum oder Weinbrand aus, ist also absolut familientauglich!
Ich habe für diesen Beitrag ehrlich gesagt mehrere Prinzregententorten backen müssen (weil bei den Tests einiges schief ging 😉). Umso besser weiß ich inzwischen, worauf es wirklich ankommt. Für das finale Rezept habe ich die brandneuen Hybrid-Backformen von HexClad verwendet, die sich für die vielen dünnen Böden als super praktisch erwiesen haben. Und die Prinzregententorte kam dann so gut an, dass die Stücke in unserer Nachbarschafts-Whatsappgruppe sofort vergeben waren – so schnell ging das bei meinem Gebäck noch nie.
Die Zutaten im Überblick
- Für die Böden verwende ich einen einfachen, recht üppigen Rührteig nach meinem Grundrezept aus weicher Butter, zimmerwarmen Eiern, Mehl, Speisestärke und etwas Backpulver. Eine kleine Menge Milch macht den Teig so weich, dass er sich sehr dünn verstreichen lässt.
- Die Creme basiert auf meinem Buttercreme-Grundrezept mit Pudding. Für die Prinzregententorte kommen zusätzlich Kakao sowie gute dunkle Schokolade hinein. Dadurch wird die Creme sehr schokoladig, ist aber durch den Pudding nicht so mächtig wie reine amerikanische Buttercreme.
- Der Guss ist eine Art Ganache aus Kuvertüre, Sahne und etwas Butter. Sie lässt sich anders als Kuvertüre pur später ohne Splittern schneiden.
Prinzregententorte backen: So geht´s
Beim Backen lohnt es sich generell immer, erstmal die ganze Anleitung zu lesen, beim Prinzregententorte-Rezept nochmal mehr 😉: Die Schritte bauen nämlich teils aufeinander auf, werden teils aber auch parallel gemacht, damit ihr Zeit spart:
- Als allererstes kocht man einen dicken Schokopudding, da dieser für die Füllung unbedingt abkühlen muss. Damit das schneller geht, verstreiche ich den Pudding flach in der eckigen HexClad-Form aus dem neuen Bakeware-Set.
- Nun geht´s ans Böden-Backen, am besten immer zwei parallel. Die beiden 23-cm-Formen von HexClad passen nebeneinander in unseren Ofen. Durch die Hybrid-Oberfläche aus Edelstahl und PFAS-freier Antihaft-Keramik, die z.B. auch für Brot im Topf toll ist, kann man den Teig direkt in den Formen verstreichen – ohne sieben Backpapierkreise oder Tortenring. Beides funktioniert natürlich ebenfalls, ist aber aufwendiger.
- Gegen Ende der Backphase könnt ihr die Buttercreme rühren. Sollte die anfangs etwas weich wirken, stelle ich sie gern nochmal 10 Minuten kühl.
- Danach wird die Torte geschichtet, immer abwechselnd Böden und Creme, außen dünn eingestrichen und einige Stunden gekühlt, damit sie stabiler ist. Der Schokoguss (erst oben außenherum, dann in die Mitte) kommt erst nach der Kühlung drüber:
Meine wichtigsten Gelingtipps
Keine Angst: Ich bin kein Tortenprofi; ihr bekommt das also auch hin 🙂 ! Hier meine wichtigsten Tipps und Tricks fürs Prinzregententorte-Rezept mit Rührteig:
- Nehmt die Butter frühzeitig aus dem Kühlschrank. Ich mache das einige Stunden im Voraus oder sogar am Vorabend. So werden später sowohl Teig als auch Creme glatt und homogen.
- Kalkuliert die Teigmenge nicht zu knapp! Rechnerisch habt ihr mit meinem Rezept zu viel Teig, aber beim Verstreichen bleibt erfahrungsgemäß einiges an Schüssel, Rührer und Palette hängen. Mein Motto: Besser zu viel haben als zu wenig. Wegwerfen muss man nichts: Habt ihr Reste, macht einen 8. Boden draus.
- Backt die Böden dünn und hell. Ich wiege die Mengen tatsächlich grob ab, damit jeder ähnlich hoch wird. Nach dem Backen sollen Prinzregententorte-Böden hell-goldgelb sein, eher weich statt knusprig, ein bisschen wie dicker Pfannkuchen. Aus der HexClad-Bakeware lassen sich die Böden mit minimalem Einfetten (oder ganz ohne) gut lösen. Besonders praktisch finde ich, dass man den Rand vor dem Stürzen mit Metallutensilien wie einer kleinen Palette lösen darf – bei anderen beschichteten Formen würde ich Metall vermeiden.
- Für eine schöne Schichtung und Optik sucht ihr einen besonders stabilen Boden für unten sowie den schönsten für oben aus. Wenn dazwischen eine Lage etwas zerbrochen ist: nicht schlimm 😉 . Außen reicht eine dünne Cremeschicht, mit der man quasi die „Rillen“ am Rand schließt.
- Verwendet genug Glasur und arbeitet zügig: Ihr braucht mehr Kuvertüre, als wirklich auf der Torte landet. Ich lege sie auf das HexClad-Kuchengitter, damit überschüssiger Guss einfach aufs passende Blech fließt (das übrigens super stabil ist und sich selbst bei über 400 Grad nicht verzieht). Ganache-Reste kann man für Pralinen oder heiße Schokolade nutzen. Beim Übergießen muss man schnell sein. Also nicht groß nacharbeiten bzw. „ausbessern“, sonst kann die Creme darunter weich werden und sich mit der Ganache vermischen.
Häufige Fragen zum Rezept & der Aufbewahrung
Bei den Böden gibt es 2 überlieferte Varianten. Die Wiener Masse ist bei mir während der vielen Backrunden gerade gegen Ende oft eingefallen, die Böden hatten dementsprechend die falsche Konsistenz, wurden löchrig und brüchig. Rührteig macht Herumstehen weniger aus (und er ist ohnehin anfänger-freundlicher).
Ursprünglich waren es acht Böden, die für die damaligen acht bayerischen Regierungsbezirke standen. Da die Pfalz seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr zu Bayern gehört, sind heute sieben Böden üblich. Wie auch immer: Solche mit 3 oder 4 sehr dicken Böden, wie man sie manchmal auch sieht, sind definitiv keine Original Prinzregenten-Torten.
Die Böden lassen sich wunderbar vorbereiten und luftdicht verpackt einfrieren. Zum Auftauen verpackt bei Zimmertemperatur liegen lassen. Das geht schnell, bei mir dauert es oft nur 2-3 Stunden. Die fertige Prinzregententorte schmeckt nach einem Tag sogar noch besser, weil sie schön durchgezogen ist. Sie hält sich im Kühlschrank etwa 3-4 Tage.
Ja. Ich friere gerne einzelne Stücke ein, manchmal eine ganze Tortenhälfte. Einfach gut verpackt einige Stunden bei Zimmertemperatur auftauen lassen. Danach ist sie allerdings etwas weicher.
Also: Wenn ihr jetzt im Herbst und Winter mal etwas Muße und Zeit habt, solltet ihr die bekannteste bayerische Schichttorte unbedingt ganz bald testen! Ich verspreche euch, dass es sich lohnt: Sie schmeckt wirklich absolut himmlisch. Und uns definitiv nochmal viel besser als andere Klassiker wie Sachertorte oder Frankfurter Kranz ❤️
Prinzregententorte
Zutaten
Für die Böden
- 300 Gramm Butter weich
- 220 Gramm Zucker
- 1 Prise Salz
- 1 Teelöffel Vanillepaste
- 5 mittelgroße Eier zimmerwarm
- 250 Gramm Weizenmehl Type 405
- 60 Gramm Speisestärke
- 1 ½ Teelöffel Backpulver
- 70 Milliliter Milch grobe Menge
Für die Schoko-Buttercreme
- 400 Milliliter Milch
- 40 Gramm Speisestärke
- 50 Gramm Zucker
- 12 Gramm Backkakao
- 100 Gramm Zartbitterschokolade ca. 50-60% Kakao
- 250 Gramm Butter weich
- 45 Gramm Puderzucker
Für den Schokoladenguss
- 170 Gramm Zartbitterkuvertüre oder Vollmilchkuvertüre
- 110 Gramm Sahne
- 15 Gramm Butter
Zubereitung
Pudding für Creme vorbereiten
- 400 Milliliter Milch, 40 Gramm Speisestärke, 50 Gramm Zucker, 12 Gramm BackkakaoAls erstes die Butter für Buttercreme und Teig aus dem Kühlschrank holen. Für die Buttercreme dann den Pudding vorbereiten, da dieser abkühlen muss. Etwa 100 ml von der Milch mit Speisestärke, Zucker und Kakao glatt rühren. Die restlichen 300 ml Milch in einem Topf erhitzen. Stärkemischung einrühren und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren kurz aufkochen und andicken lassen.
- 100 Gramm ZartbitterschokoladeSobald der Pudding dick ist, vom Herd nehmen und die Schokolade in Stückchen darin schmelzen lassen.
- Den Pudding möglichst flach in eine Schüssel oder Form füllen und mit Frischhaltefolie abdecken, damit keine Haut entsteht. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen; das dauert ca. 1-2 Stunden.
Böden backen
- Während der Pudding abkühlt, für die Böden den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei runde Formen mit 23-24 cm Durchmesser leicht fetten. Alternativ Kreise mit demselben Durchmesser auf Backpapier vorzeichnen. Die weiche Butter mit Zucker, Salz und Vanille einige Minuten hell und cremig aufschlagen. Die Eier einzeln nacheinander unterrühren und jedes Ei erst vollständig unterrühren, bevor das nächste dazukommt.
- 250 Gramm Weizenmehl , 60 Gramm Speisestärke, 1 ½ Teelöffel Backpulver, 70 Milliliter MilchMehl, Speisestärke und Backpulver mischen. Kurz unter die Butter-Ei-Masse rühren. Anschließend nach und nach so viel Milch zugeben, bis ein gut streichfähiger Rührteig entsteht.
- Für jeden Boden etwa 145 g Teig abwiegen und möglichst gleichmäßig und dünn bis an den Rand der Form bzw. des Kreises auf dem Backpapier verstreichen.
- Nacheinander alle Böden oder bei 2 Formen je zwei Böden gleichzeitig etwa 8-9 Minuten backen. Sie müssen hell-goldgelb bleiben. Fertig sind sie, wenn die Oberfläche nicht mehr feucht aussieht und der Boden bei leichtem Fingerdruck elastisch bleibt.
- Die Formen aus dem Ofen nehmen und die Böden kurz darin ruhen lassen. Dann den Rand vorsichtig z.B. mit einem Spatel lösen und die Böden auf ein Kuchengitter stürzen. Die Formen vor dem nächsten Befüllen kurz abkühlen lassen, damit die Butter im Teig beim Verstreichen nicht sofort schmilzt.
- Auf diese Weise insgesamt 7 Böden backen. Die Böden vollständig auskühlen lassen und bis zum Zusammensetzen abgedeckt lagern.
Buttercreme rühren
- 250 Gramm Butter, 45 Gramm PuderzuckerWährend die Böden backen, für die Buttercreme die weiche zimmerwarme Butter mit dem Puderzucker mehrere Minuten hell-schaumig schlagen.
- Den auf Zimmertemperatur abgekühlten Schokopudding löffelweise unterrühren. Dabei immer erst etwas Pudding vollständig einarbeiten, bevor die nächste Portion dazukommt.
Torte schichten und kühlen
- Einen möglichst ebenen, eher dicken Boden auf eine Tortenplatte und ggf. einen Drehteller legen. Einen besonders glatten Boden am besten für ganz oben aufheben. Je etwa 90-100 g Buttercreme gleichmäßig bis fast an den Rand streichen.
- Den nächsten Boden auflegen und ebenso verfahren. So weiter schichten, bis alle Böden verarbeitet sind.
- Rand und Oberseite der Torte ebenfalls dünn mit Buttercreme einstreichen und dabei Zwischenräume und kleine Unebenheiten ausgleichen. Wenn noch etwas Creme übrig ist, diese kühlstellen. Die Torte mindestens 2 Stunden kalt stellen. Anschließend bei Bedarf mit restlicher Buttercreme noch einmal dünn nachglätten.
Glasur vorbereiten
- 170 Gramm Zartbitterkuvertüre, 110 Gramm Sahne, 15 Gramm ButterFür den Guss die Kuvertüre grob hacken. Sahne erhitzen, aber nicht stark kochen lassen, über die Kuvertüre gießen und kurz stehen lassen. Anschließend mit der Butter glatt rühren. Die Ganache etwa handwarm abkühlen lassen; sie soll noch gut fließen, aber nicht mehr sehr dünn sein.
Torte fertigstellen
- Die gut gekühlte Torte auf ein Kuchengitter setzen und dieses auf Backpapier oder ein Blech setzen. Ganache zuerst oben am Rand verteilen, sodass sie an den Seiten herunterläuft.
- Dann den Rest auf die Mitte geben und mit einer großen Palette zügig verstreichen. Nicht mehrfach über dieselben Stellen gehen: Durch die warme Ganache kann die Buttercreme darunter weich werden und sich mit dem Guss vermischen.
- Die Torte vorsichtig auf eine Tortenplatte oder Backpapier umsetzen und erneut kalt stellen, bis der Guss fest geworden ist. Vor dem Anschneiden einige Stunden durchziehen lassen; am nächsten Tag schmeckt die Torte meist noch besser.
Anmerkungen
- Teigmenge: Die Menge ist etwas großzügiger berechnet. Beim dünnen Verstreichen kann einiges an Schüssel, Rührern, Teigschaber und Palette hängen bleiben. Der Teig reicht für mind. 7 Böden; je nach Arbeitsweise kann zusätzlich noch ein 8. Boden entstehen. Teigreste könntet ihr alternativ in Muffinförmchen mitbacken.
- Vorbereitung: Die Böden lassen sich gut schon am Vorabend backen (oder noch früher und dann einfrieren). Abkühlen lassen, mit Backpapier getrennt stapeln und möglichst luftdicht verpacken. Zum Auftauen einfach 2-3 Stunden verpackt bei Raumtemperatur liegen lassen.
- Zubehör: Für das Rezept habe ich das neue Hybrid-Bakeware-Set unseres Partners HexClad verwendet. Besonders praktisch sind die beiden 23-cm-Formen, mit denen sich zwei Böden parallel backen lassen; Kuchengitter und Blech eignen sich später direkt zum Glasieren.
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