Pizzateig selber machen ist eigentlich ganz einfach. Obwohl ich sehr gerne und viel backe, war selbstgemachter Pizzateig bei uns in der Vergangenheit eine Seltenheit. Wenn ich nur schon früher gewusst hätte, wie einfach und ungeheuer lecker italienischer Pizzateig ist, den man selbst geknetet hat! Anlass dafür, eine Alternative zum gekauften Teig zu testen: Mein Mann hat uns einen Pizzastein geschenkt. Warum man so einen Stein braucht, erfahrt ihr in unseren Pizzastein-Test.
Heute soll es also um unser allerliebstes Pizzateig-Rezept geben. Gut, es steckt kein großes Geheimnis dahinter. Aber mehr als Mehl, Olivenöl, Hefe und Salz braucht es allem Anschein nach auch nicht für ein tolles Ergebnis. Ich verspreche euch: Wenn ihr diesen Original-Pizzateig einmal gemacht habt, werdet ihr so schnell keinen Lieferdienst mehr anrufen 😉 . Ich empfehle euch, unbedingt frische Hefe zu verwenden und ausreichend Zeit zum Gehen einzuplanen – wie auch beim Pizzabrot. Dafür geht das Pizzabacken selbst dann umso schneller. Mit dem Pizzastein dauert es nur etwa 5 bis 6 Minuten. Und wenn es doch mal richtig fix gehen sollen, wären die kleinen Mini-Pizzen eine gute Wahl!
Pizzateig
Zutaten
Für den Vorteig
- 200 Gramm Weizenmehl Type 00 oder 550
- 200 Gramm kaltes Wasser
- ½ Gramm frische Hefe
Für den Hauptteig
- 300 Gramm Weizenmehl Type 00 oder 550
- 110 Milliliter kaltes Wasser
- 2 Gramm frische Hefe
- 13 Gramm Salz
- 15 Gramm Olivenöl
Außerdem
- Hartweizengrieß zum Formen
- Pizzabelag nach Belieben Tomatensoße, Mozzarella etc
Zubereitung
Am 1. Tag
- 200 Gramm kaltes Wasser, ½ Gramm frische Hefe, 200 Gramm WeizenmehlAm Vorabend das kalte Wasser in ein großes Gefäß, z.B. eine Tupperbox oder ein großes Einmachglas, mit mind. 1 Liter Volumen geben und die frische Hefe darin auflösen. Das Mehl mit einem Löffel kräftig einrühren, bis eine glatte, zähflüssige Masse ohne Mehlklümpchen entstanden ist.
- Mit Deckel bei Zimmertemperatur etwa 18 Stunden stehen lassen; 15-20h sind in Ordnung. Der Vorteig sollte sich danach stark vergrößert haben und voller Blasen sein.
Am 2. Tag
- 300 Gramm Weizenmehl, 110 Milliliter kaltes Wasser, 2 Gramm frische Hefe, 13 Gramm Salz, 15 Gramm OlivenölAm Nachmittag für den Hauptteig das kalte Wasser in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und die frische Hefe darin auflösen. Den gesamten Vorteig zugeben und gut mit einem Löffel einrühren. Dann Mehl, Salz und Olivenöl dazugeben.
- Den Teig etwa 5 Minuten auf mittlerer und weitere 10 Minuten auf hoher Stufe kneten, bis er glatt und geschmeidig ist. Die Küchenmaschine kann dabei etwas wackeln. Der Teig sollte eher fest sein, aber auf keinen Fall trocken.
- Den Teig möglichst ohne Mehl auf die Arbeitsfläche oder Backmatte geben und ein paarmal dehnen und falten. Danach zu einer straffen Kugel rollen und 5 Minuten ruhen lassen.
- Den Teig mit einer Teigkarte oder einem großen scharfen Messer in 4 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück ähnlich wie ein Brötchen rundwirken. Dafür mehrfach die Ränder von allen Seiten zur Mitte hin einschlagen und andrücken und das Stück umdrehen, sodass die Naht unten liegt. Die Kugel mit der hohlen Hand über die Arbeitsfläche ziehen, bis die Oberfläche glatt und straff ist.
- Die Teigkugeln mit Abstand zueinander in eine Gärbox oder eine sehr große Form legen und abgedeckt gehen lassen, bis sie sich deutlich vergrößert haben und luftig sind. Je nach Zimmertemperatur dauert das 3 bis 6 Stunden.
Zum Fertigstellen
- HartweizengrießDen Backofen mitsamt Pizzastein oder Pizzastahl auf 250-300 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen; je höher, desto besser. Bei uns dauert das etwa 15 Minuten, ein dicker Pizzastein braucht länger. Reichlich Hartweizengrieß auf die Arbeitsfläche geben. Die erste Teigkugel vorsichtig aus der Box lösen, in den Grieß legen und einmal wenden.
- Den Teig mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen Richtung Rand drücken, die äußeren ca. 2 cm dabei dick lassen. Teig besser nicht ausrollen! Den Fladen dann sanft in die Breite ziehen, bis er die richtige Größe für euch hat.
- Pizzabelag nach BeliebenDie Pizza als erstes mit Tomatensoße bestreichen, dabei einen Rand lassen. Mit geriebenem Käse bzw. Mozzarella bestreuen und erst danach mit den restlichen Zutaten belegen. Auf eine mit Grieß bestäubte Pizzaschaufel legen und zügig auf den heißen Stein oder Stahl schieben.
- Pizza etwa 4-7 Minuten backen, bis der Rand Blasen wirft und auch der Belag eine schöne Farbe hat. Während der Backzeit die nächste Pizza belegen und im Anhscluss backen.
Anmerkungen
- Mehl: Am besten wird der Teig mit italienischem Pizzamehl Type 00, die normale deutsche Type 550 oder notfalls auch 450 gehen aber auch.
- Hefe: Die Mengen sind sehr niedrig, dafür ist die Gehzeit lang, wodurch der Teig besonders aromatisch und luftig wird. Ihr braucht dafür eine digitale Küchenwaage. Statt frischer Hefe könnt ihr auch 0,2g Trockenhefe für den Vorteig und 0,7g für den Hauptteig nehmen.
- Variante auf einem normalen Blech: Ohne Pizzastein und -schaufel funktioniert das Rezept natürlich auch, der Boden wird aber etwas weniger knusprig. Zieht den Teig direkt auf einem Stück Backpapier aus und schiebt ihn samt Papier auf das heiße Blech. Achtung: Viele Backbleche vertragen max. 220-250 Grad.
- Selbstgemachte TK-Pizza: Ich empfehle, die Pizza eher hell zu backen, abgekühlt einzufrieren, dann kurz bei Zimmertemperatur antauen lassen und nochmal bei möglichst hoher Temperatur aufzubacken.

























26 Kommentare
Hallo Micha, du hast total Recht, da bin ich durcheinandergekommen; mit Backpulver ist nur unser eher untypischer blitzschneller Pizzateig: https://www.backenmachtgluecklich.de/rezepte/schneller-pizzateig-ohne-hefe.html
Das Rezept klingt ja eigentlich ganz ok, aber was bitte hat Milch (egal welcher Herkunft) in einem Pizzateig verloren?
Wo steht hier etwas von Milch?
Alle Rezepte die ich bis jetzt nach gemacht habe, waren wunderbar, einfach und schnell:) am besten der Flammkuchen!!!
Vielen lieben Dank
Danke dir für dein Feedback
Hallo Kathrin, ich habe diesen Pizzateig ausprobiert und der ist sehr lecker. Was nicht so gut funktioniert hat, ist die belegte rohe Pizza auf den Pizzastein zu bekommen. Allerdings hatte ich auch keine Pizzaschaufel. Aber auch mit Schaufel frage ich mich, wie verhindert man das Ankleben des Teiges auf auf der Schaufel? Muss man da sehr viel Mehl aufstreuen?
Vielen Dank und weiter so. Ich werde bestimmt noch das ein oder andere ausprobieren.
Hallo, man braucht tatsächlich viel Mehl und sollte den Teig direkt nach dem Belegen von der Schaufel in den Ofen „rutschen“ – nicht warten!
Hallo,
ich streue etwas Paniermehl oder Hartweizengries auf die Pizzaschaufel, bevor ich den ausgerollten Teig darauf lege. Dann rutscht die belegte Pizza recht gut auf den Pizzastein.
Viele Grüße
Danke für den Tipp, Katrin!
Muss sicher nicht unbedingt Mehl sein. Beim Brot backen (ist ja ähnlich) streue ich auf die Schaufel eine dünne Schicht Kleie – meistens Weizenkleie oder auch schon mal die Kleie vom selbst gemahlenen „Mehl“. Das Brot rutscht so gut von der Schaufel.
Hallo Micha, ja, das stimmt, und wie gesagt, Semola oder Hartweizengrieß geht auch gut
Hallo Kathrin, wie lange kann man den Teig im Kühlschrank aufbewahren? Danke und viele Grüße, Judith
Dieser Pizzateig hat beim ersten Testlauf auf Anhieb mein bisheriges, 10 Jahre genutztes Rezept ersetzt. Genau richig! Knusprig, aber nicht trocken. Flaumig, aber mit genug Stand. Sehr gut. 🙂 Vielen Dank für das erstklassige Rezept!
Hallo Kathrin, ich hab leider immer das gleiche Problem beim Pizzabacken: Der Rand geht im Ofen nicht auf. Das ist aber genau das worauf es mir bei einer Pizza ankommt, ein wunderschöner Rand mit dicken Luftblasen drin. Ich habe alles nach Rezept gemacht. Mit Frischhefe, nicht abgelaufen, Zimmertemperatur, mit lauwarmem Wasser angerührt, Zucker dazu, Salz erst beim Mehl, echtes 00 Pizzamehl, 6 Stunden mit Küchentuch drüber gehen lassen. Der Teig ist in der Schüssel auch enorm aufgegangen. Ich habe einen Pizzastein und mein Ofen kann 300 Grad Ober-Unterhitze. Ging mir auch vorher schon so, liegt also nicht an deinem Rezept! Wäre trotzdem froh wenn ich das irgendwie hinbekomme! Außerdem reißt bei mir der Teig leicht ein bzw es ist schnell mal eine hauchdünne Stelle drin wenn man es in der Luft probiert wie die Italiener. Und: wenn der Teig so lange geht bildet sich eine Haut drauf, luftdicht abdecken soll ich ihn ja aber auch nicht. Wäre für jeden Tipp dankbar!
Hallo Bert, ich stehe ja nicht so auf dicken Rand, aber meine Oma hat immer einen dicken Rand extra geformt, ihn also bewusst dicker gemacht schon vor dem Gehen. Wenn du dann die Tomatensoße etc nicht auf diesen Rand streichst sondern nur bis ganz nah hin, wird der Rand schön dick. Hilft dir das?
Endlich ein Pizzateig, der hundertprozentig funktioniert und einfach toll schmeckt! Mir ist Hefeteig schon mehrmals nicht aufgegangen, aber jetzt habe ich nochmal einen Versuch gewagt und das hat sich mehr als gelohnt. In Ermangelung einer Küchenmaschine hab ich ihn von Hand geknetet, so wie es mich meine Oma gelehrt hat 🙂 Die Konsistenz hat sich gleich richtig angefühlt, ich konnte ihn sogar ein wenig in der Luft rumwerfen und ziehen, wie ein echter Pizzabäcker beim Italiener. Ich hatte nur Type 1050 (statt 405) und 550 (statt Wiener Grießler) da, hat wunderbar geklappt. Danke fürs Rezept, das wird jetzt meine Standard-Pizza!
So soll das sein, danke für dein Feedback 🙂
für deutsche vielleicht okay aber falsches mehl man nimmt nur oo pizzamehl italienisches, zu viel wasser geh zeit mindestens 6 bis 12 stunden. olivenöl fehlt beim belag und statt mehl als untergrund olivenöl, natürlich verrate ich mein über 100 jahr altes sicilia pizza teig no no no aber uno tip gebe ich , grillalufolie diese bestreichen mit olivenöl dort den teig mega dünn ausrollen, belegen dabei is auch wichtig das in die tomatenmark und pürrierten tomaten die gewürze un kräuter reinkommen un olivenöl auch wichtig zitrobensaft, diese duo stunden im kühlschrank steht, bevor man sie auf der pizza verteilt, danach käse dann salami schinken pilze was man will dann wieder kräuter drauf danach nochmals käse drauf dann olivenöl spritzer drauf backofen 250 grad unterhitze mit heissluft mindestens 20 min vorher anmachen… grillfolie aufs blech ziehen in den backofen normal 3 minuten erste pizza 5 min.
Mein Freund und ich haben letztens den Pizzateig getestet. Wir haben das Rezept auf ca. 300g für ein Backblech umgerechnet. Das reichte gut aus, der Teig ist auch gut aufgegangen und geschmacklich war die Pizza super. Aber: Trotz mehrmaligem Pizzabacken – mit verschiedenen Rezepten für den Teig – haben wir immer das gleiche Problem. Die Pizza wird oben drauf braun und die Unterseite des Teiges und auch der Rand bleiben zu hell. Wir haben es schon mit Unter- und Oberhitze sowie Umluft getestet und auch auf verschiedenen Schienen im Ofen. Es will einfach nicht klappen. Hast du einen Tipp für uns? 🙂
Hallo Anne, das ist komisch. Was verwendet ihr denn für ein Blech bzw. Backpapier oder Backmatte? Vielleicht liegt es daran. Eventuell könntet ihr gegen Ende auch mal auf Nur-Unterhitze stellen. Achja, und mit Pizzastein passiert das nie 😉
Hallo Anne
Das ist genau das Problem des Pizzabackens in einem Heim E-Backofen am Backblech. Auch hier kann man versuchen den unbelegten Teig kurz vorzubacken und danach erst belegen und nochmals zu backen. Nicht desto trotz wird dir mit dem Backblech immer die notwendige Hitze von unten fehlen. Genau das ist eine der Hauptfunktionen von einem Pizzastein
Lg Alex
Lb KTHRIN UND JAN! MEIN MIELE HEIZT NUR BIS 225 GRAD – IST DAS ZU WENIG FÜR EINEN PIZZASTEIN?
LG EVA-MARIA
Hallo Maria,
das müsste schon auch gehen. Wenn die Alternative sonst heißt, dass du mit 225 Grad Pizza auf dem Blech backst, bekommst du mit dem Pizzastein im Vergleich auch ein besseres Ergebnis.
Hallo Eva Maria, hallo Katrin
Mein Name ist Alexander Hocevar und ich bin der Produktentwickler von pimotti, eurem Pizzasteinhersteller.
Zum Thema backen am Pizzastein bei niedriger Maximaltemperatur. Grundsätzlich gilt je stärker der Ofen desto besser das Ergebnis. Wenn dein Ofen liebe Eva-Maria nur 225°C erreich ist das sehr wenig, aber so ist es halt. Du kannst dir behelfen, indem du deine Teigplatte ohne Belag zuerst ca 2 Minuten vorbäckst, diesen dann erhausholst in aller Ruhe belegst und danach warm oder auch kalt ein zweites mal am Pizzastein bäckst. Dadurch wird die Pizza auch in einem schwächeren Ofen sensationell. Diese Methode eigent sich auch sehr gut um in einer größeren Runde oder mit Kindern auch bei stärkeren Öfen Pizzen zu backen,, da man die Teiglinge gut vorbereiten kann, diese dann sehr unkompliziert zum Handeln sind und diese nach dem ersten Backen auch belegt problemlos eine Stunde auf das Einschießen in den Ofen warten können
Lg Alex
Einen Pizzastein hatte ich mir vor zwei Wochen bestellt. Seitdem gab es schon dreimal Pizza. Der Teig ist wirklich so super lecker, besser als in mancher Pizzeria!!! Ich empfehle jedem, einen Pizzastein zu kaufen – Unterschied, wie Tag und Nacht. Vielen lieben Dank für das wirklich tolle Pizzateigrezept!!
Tag und Nacht, ja, das sehen wir auch so 😉 Schön, dass dir das Rezept gefällt!