Mit seiner wunderbaren Kruste und Krume begeistert uns dieses Weizen-Sauerteig-Brot jeden Tag. Wörtlich genommen. Denn das Rezept für dieses Weizenbrot ohne Hefe gehört inzwischen zu meinen absoluten Standardrezepten. Und da wir oft traditionelles Abend-Brot machen, statt zu kochen, essen wir es quasi ständig 😉
Ich weiß nicht, wie es euch geht – aber mir ist aufwändiges Kochen am Abend unter der Woche meist zu anstrengend. Kinder, Arbeit, Haushalt; dann muss es oft schnell und unkompliziert gehen. Glücklicherweise lieben wir Vier alle Brot. Und Käse. Und Aufstriche. Dafür ist dieses einfache Weizenbrot mit Sauerteig natürlich die perfekte Grundlage. Versprochen: Das Rezept ist super easy und bestens für Anfänger geeignet. Ihr benötigt allerdings einen Sauerteig. Wer den noch nicht hat, sollte schnell mal mein Sauerteig-Grundrezept anklicken. Oder sich einen Ansatz schenken lassen 😉 . Belohnt werden ihr mit einem absolut umwerfenden Weizen-Sauerteig-Brot ohne Hefe. Also zumindest ohne zugesetzte Hefe, wie bei den Sauerteigbrötchen oder dem Zopf mit Sauerteig. Es schmeckt richtig schön mild und passt zu pikantem wie süßem Belag.


Zugegeben: Meine Familie hat zunächst eher suboptimale Varianten des Weizenbrots über sich ergehen lassen müssen. Zu saure, kompakte, feuchte Brote, oder eine nicht vorhandene labbrige Kruste. Jan und die Kids waren tapfer 😉 . Und freuen sich nun immer wieder auf mein Weizen-Sauerteigbrot.
Variationen des Weizenbrot-Rezept mit Sauerteig
Was mir besonders am Rezept für das Weizenbrot ohne Hefe gefällt, ist seine Vielfältigkeit. Die Basis ist ja ein Weißbrot mit Sauerteig, für das man Weizen mit der Type 405 oder 550 verwendet. Ich werfe aber oft alle möglichen Mehle zusammen.

So haben wir mal Weizenvollkornbrot mit Sauerteig, mal Roggen-Weizenbrot. Manchmal gebe ich sogar etwas Buchweizenmehl oder Reismehl dazu. Konsistenz und Geschmack werden natürlich jeweils etwas anders. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich also ans Grundrezept halten.
Häufige Fragen zum Weizen-Sauerteigbrot
Grundsätzlich ja, mit flüssigem Sauerteig oder Trockensauerteig fehlt euch aber die Triebkraft und ihr solltet – wie ich hier beschreiben habe – Hefe zugeben. Das gilt auch, wenn euer Sauerteigansatz noch sehr jung ist.
Das Weizenbrot mit Sauerteig hat lange Gehzeiten. Ich mache es meist so, dass ich meinen Sauerteigansatz direkt nach dem Aufstehen auffrische. Am Nachmittag beginne ich mit dem Brot, lasse den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen und backe das Brot gegen 17 Uhr. So können wir es direkt zu Abend essen.
Vor allem durch Dampf. Entweder, indem man es in einem Topf mit Deckel backt (Dutch Oven oder Hybrid-Kochtopf) oder die Dampffunktion des Ofens nutzt bzw. notfalls zumindest ein Schälchen Wasser auf den Herdboden stellt.
Mit meinen Tipps gelingt auch euch dieses Weizen-Sauerteig-Brot! Für mehr Inspirationen schaut gerne auch unsere Brotrezepte-Kategorie an. Dort findet ihr auch Kreationen mit Hefe wie das Brot ohne Kneten im Topf, das Bauernbrot, das Roggenmischbrot und das Toastbrot. Wenn ihr dieses Rezept ausprobiert, hinterlasst mir gerne einen Kommentar, ich freue mich auf euer Feedback!
Weizen-Sauerteigbrot
Zutaten
Für den Vorteig
- 75 Gramm Sauerteig-Ansatz Anstellgut aus Weizenmehl
- 75 Gramm Weizenmehl Type 405 oder 550
- 75 Milliliter Wasser lauwarm, ca. 37 Grad
Für den Hauptteig
- 400 Gramm Weizenmehl Type 405, 550 oder Teil 1050
- 220 Milliliter Wasser lauwarm, ca. 37 Grad
- 10 Gramm Salz
Zubereitung
- Zutaten für den Vorteig in einer großen Schüssel verrühren. Abdecken und bei 25-30 Grad (z.B. Herd mit eingeschalteter Backofenlampe) rund 2 Stunden ruhen lassen.
- Mehl, Wasser und Salz dazugeben; alles von der Küchenmaschine ca. 10 Minuten kneten lassen. Schüssel erneut abdecken und an einem warmen Ort 3 Stunden gehen lassen. Einmal dehnen und falten.
- Teig 20-24 Stunden abgedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Danach noch einmal dehnen und falten und zu einer Kugel formen. Etwa eine Stunde Raumtemperatur annehmen lassen. Wenn vorhanden, dafür in ein gut bemehltes Gärkörbchen geben.
- Ofen auf 230 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen, am besten zusätzlich einen Dutch Oven mit vorheizen (siehe Tipp). Brot-Teigling vorsichtig in den vorgeheizten Topf stürzen, alternativ auf einen Pizzastein oder auf ein Blech.
- Brot 10 Minuten bei 230 Grad mit Deckel backen, dann auf 190 Grad herunterschalten und weitere 30 Minuten mit Deckel backen und dann noch einmal 10-15 Minuten ohne Deckel. Das Brot sollte beim Klopfen mit den angewinkelten Fingerknöcheln hohl klingen.
Anmerkungen
- Für das Rezept benötigt man einen triebstarken Sauerteigansatz, z.B. nach meinem Sauerteig-Rezept. Wenn der Sauerteig noch recht jung ist (z.B. wenige Wochen), sollte man zusätzlich etwas Hefe mit in den Hauptteig geben.
- Anstelle des Weizenmehls eignet sich auch Dinkelmehl; einen Teil des Mehls kann man gut durch Vollkorn ersetzen. Die Konsistenz des Brots wird dann natürlich etwas anders.
- Am besten wird das Brot, wenn es mit Dampf gebacken wird. Das erreicht man z.B. dadurch, dass man einen ofenfesten Topf mit Deckel wie einen Dutch Oven verwendet. Ansonsten kann man aber auch die Dampffunktion des Ofens verwenden oder ein normales Blech und dann zusätzlich ein Schälchen Wasser auf den Herdboden stellen.
- „Blitzvariante“: Den Teig auf einmal komplett aus den Zutaten des Vor- und Hauptteigs herstellen (also 475g Mehl etc). Diesen dann ca. 3h ruhen lassen, dann auf einer stark bemehlten Arbeitsfläche dehnen, falten und rundwirken. In (mit Backpapier ausgelegten) Gärkorb setzen, mit feuchtem Küchentuch bedecken an einem warmen Ort nochmals ca. 3-4h ruhen lassen und dann backen.

341 Kommentare
Stimmt das wirklich, dass man 75 g Anstellgut für den Vorteig benötigt?
Liebste Kathrin,
Bei mir gibt es seit Jahren bei fast jedem Sauerteigbrot, so auch bei diesem die Herausforderung, dass es insgesamt etwas zu kompakt herauskommt. Geschmack u Kruste passen eigentlich. Ich hätte es gerne etwas fluffiger – mit dicken Löchern – weiß aber nicht, wie ich ihr (sie heißt Anna) ohne Hefe zu mehr Trieb helfen kann?! Hast du einen Tipp?
Danke dir,
Marius
Hallo Marius, welches Rezept nimmst du denn, wie lange geht der Teig und wie „alt“ ist Anna schon?
Danke fürs Teilen. Habe gerade angefangen, mich ins Brot Backen einzulesen – wird also noch eine Weile dauern, bis meine Ergebnisse mal in meinem Blog landen.
Hallo Marina, Übung macht den Brot-Meister, viel Spaß dabei 😉
Liebe Kathrin,
ich würde das Brot sehr gerne einmal Nachbacken. In letzter Zeit habe ich immer Roggensauerteigbrot gebacken und es gelüstet uns gerade nach etwas Anderem 🙂 Dein Brot sieht wirklich sehr lecker aus!
Ich habe allerdings keinen passenden Topf zum Backen und wenn ich es vermeiden kann würde ich auch gerne auf eine Form verzichten. Ist der Teig von der Konsistenz her geeignet um es freigeschoben zu backen?
Vielen Dank und herzliche Grüße
Marijke
Hallo Marijke,
freut mich, dass es dir gefällt! Ich fürchte, der Teig könnte zum Backen ohne Form zu weich sein. Du könntest vielleicht probieren, das Brot kurz in einer (Spring- oder Kasten-)Form anzubacken und dann ohne Form weiter zu backen?
Lieben Dank für die Antwort! Ich denke, das werde ich mal ausprobieren. Ich bin sehr gespannt!
Herzlichst
Marijke
Hallo Marijke,
Hat das mit der Form funktioniert? Würde mich interessieren, da ich selbst auch keinen passenden Topf habe.
Viele Grüße
Hallo Kathrin,
für mich geht das nur glutenfrei!
Ich habe nun mein drittes Brot im gusseisernen Topf gebacken, muss sagen sensationell, allerdings mit Hefe.
Würde es gerne mit Sauerteig probieren.
Mal sehen wie das klappt
LG
Christiane
Hallo Christiane, glutenfrei ist natürlich nochmal ganz anders – ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das genauso gut geht. Aber einen Versuch ist es wert!
Bin Brotbackanfänger. Habe mir einen Steintopf mit Deckel gekauft. Sauerteigansätze vorhanden. Probier mal Ihre Brote.
Danke für die Aufnahme.
Dann schon einmal gutes Gelingen – klappt bestimmt!
Hallo Kathrin, meinst du ich könnte für dein Rezept auch mein Roggen anstellgut verwenden? Ich bin erst ein paar Wochen dran mit Sauerteig zu backen und noch nicht so experimentierfreudig..
LG Linde
Hallo Linde, ich wüsste nicht, was dagegen spricht 🙂