Süßer Sauerteigkuchen zum Belegen
  • 1h05min
  • 5,0 (1)

Sauerteigkuchen ohne Hefe (Grundrezept)

  • Grundrezept

Einfaches Rezept für einen sehr aromatischen und luftigen Kuchen nur mit Sauerteig

Kathrin Runge

Rezept von Kathrin Runge

vom 12.08.2026

Klingt erstmal komisch, schmeckt aber ungeheuer lecker: Süßer Sauerteigkuchen. Der Kuchen mit Sauerteig ist eine tolle Alternative zu normalen Hefeteigkuchen, die jeder kennt, wie dem Streuselkuchen vom Blech. Ich empfehle euch das Grundrezept für Sauerteigkuchen wirklich von Herzen, und zwar aus diesen Gründen:

  • Es kommt komplett ohne Hefe, Backpulver und Natron aus, hat also auch kein „Nebenaroma“.
  • Kuchen mit Sauerteig ist eine schöne Möglichkeit, vorhandenes Anstellgut süß zu verwenden.
  • Durch lange Ruhephasen bekommt ihr einen herrlich aromatischen Sauerteigkuchen, der und super fluffig und saftig und leicht briocheartig wird (obwohl nur wenig Fett drin steckt).
  • Eure aktive Arbeitszeit ist gering. Den größten Teil der Zubereitung machen die Ruhezeiten aus.
  • Der Sauerteigkuchen lässt sich ganz unterschiedlich belegen, zum Beispiel mit Obst, Streuseln & Mandeln.

So wird Kuchen nur mit Sauerteig fluffig

Mein Ziel war ein Sauerteigkuchen ohne Backpulver und Hefe. Bei den allermeisten Rezepten für Kuchen mit Sauerteig werden nämlich zwei Triebmittel kombiniert, und der Ansatz sorgt vor allem für Aroma und Saftigkeit. Damit auch so Triebkraft da ist, wird euer Anstellgut aus dem Kühlschrank etwas anders als gewohnt aufgefrischt. Erst wenn er deutlich aufgegangen ist, kommt er in den Hauptteig. Der wiederum ebenfalls lange reift. Die Porung im fertigen Sauerteig-Kuchen ist ungleichmäßig, ein bisschen Richtung Focaccia oder Ciabatta:

Die Zutaten für Sauerteigkuchen

  • Aktiver aufgefrischter Sauerteig ist die Basis des Kuchens. Ähnlich wie für Brot müsst ihr das möglichst triebstarke Anstellgut nach meiner Anleitung aus dem Kühlschrank zunächst auffrischen. Anders als bei herzhaften Rezepten verwenden wir dafür Milch statt Wasser plus etwas Zucker. So wird der Sauerteig mild und passt geschmacklich besser zu einem süßen Kuchen.
  • Weizenmehl Type 550 eignet sich für den Sauerteigkuchenteig am besten und sorgt dafür, dass er locker und elastisch bleibt. Der Klassiker Type 405 geht aber auch.
  • Milch, Ei und Butter stecken vergleichsweise wenig drin. Trotzdem machen sie den Sauerteigkuchen saftig, flaumig und buttrig.
  • Zucker und Vanillepaste (alternativ -extrakt oder -mark) süßen und verfeinern eher dezent, da je nach Belag noch Obst, Streusel oder Zimtzucker dazukommen.
Sauerteig-Kuchen ohne Backpulver und Hefe mit Streuseln

Meine wichtigsten Gelingtipps

  • Optik und Konsistenz gehen vor starren Zeiten und Temperaturangaben: Das ist der allerwichtigste Punkt, damit es ein schöner und aromatischer Sauerteigkuchen wird. Die Gehzeiten sind nur Richtwerte: Je wärmer es ist und je aktiver euer Ansatz, desto schneller geht es. Bei kühleren Temperaturen dauert die Gare entsprechend länger. Orientiert euch vor allem daran, wie stark sich das Volumen vergrößert und wie viele Bläschen entstehen.
  • Verwendet kein zusätzliches Mehl: Der Teig für den Sauerteigkuchen ist weicher als klassischer Hefeteig. Das gehört so und sorgt später für eine lockere, saftige Krume.
  • Verteilt den Teig vorsichtig in der Form. Statt ihn auszurollen, schiebt man ihn quasi mit feuchten Fingern oder einem Teigschaber Richtung Rand und drückt möglichst wenig Luft heraus (ähnlich wie bei Pizzateig).

Sauerteigkuchen belegen: Einfache Ideen

Es handelt sich um ein Grundrezept für Kuchen mit Sauerteig, d.h. den Boden. Was darauf landet, könnt ihr ganz nach Geschmack entscheiden. Besonders lecker wird der Sauerteigkuchen mit Äpfeln, aber auch mit Aprikosen, Zwetschgen oder Beeren; zusätzliche Streusel oder Mandelblättchen sorgen für Crunch. Ganz wichtig: Der Boden wird erst nach der letzten Gare belegt und dann direkt gebacken. Sehr saftiges Obst solltet ihr eher sparsam verwenden, damit der Teig darunter nicht zu feucht oder klitschig wird.

Ich bin gespannt, wie euch dieses etwas ungewöhnliche Rezept gefällt. Wir sind inzwischen jedenfalls große Fans von Kuchen mit Sauerteig, und mit etwas Erfahrung bekommt man auch immer mehr Gespür für Zeiten und den Ablauf 🙂

Sauerteigkuchen

Ein fluffiger und saftiger Kuchen mit Sauerteig, ganz ohne Hefe, Backpulver oder Natron. Der weiche, buttrige Grundteig lässt sich nach Belieben belegen
Kathrin Runge Rezept von Kathrin Runge
Vorbereitung30 Minuten
Backzeit35 Minuten
Reifezeiten18 Stunden

Zutaten

1
Springform (26 cm)

Für den aktiven Sauerteig

Für den Kuchenteig

Ideen zum Belegen (siehe Tipps)

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Johannisbeeren
  • Streusel

Zubereitung

Sauerteig ansetzen

  • 20 Gramm Sauerteig-Ansatz, 60 Gramm Weizenmehl, 60 Milliliter Milch, 5 Gramm Zucker
    süßer aufgefrischter Sauerteig
    Für den Sauerteig euer Anstellgut aus dem Kühlschrank z.B. in einem Einmachglas mit auflegbarem Deckel kräftig mit Mehl, Milch und Zucker verrühren. Abgedeckt bei Raumtemperatur reifen lassen, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat und viele Bläschen zu sehen sind. Bei warmen Temperaturen kann das etwa 4 Stunden dauern, bei kühleren Temperaturen deutlich länger.

Kuchenteig kneten

  • 120 Gramm Sauerteig, 250 Gramm Weizenmehl, 120 Milliliter Milch, 1 mittelgroßes Ei, 60 Gramm Zucker, 3 Gramm Salz, 1 Teelöffel Vanillepaste
    Für den Hauptteig den aufgefrischten, aktiven Sauerteig in eine große Rührschüssel geben. Mit Mehl, Milch, Ei, Zucker, Salz und Vanillepaste etwa 4-5 Minuten verkneten.
  • 60 Gramm Butter
    Sauerteigkuchen-Teig vor Gehen
    Erst danach die weiche Butter in kleinen Portionen bzw. Flöckchen nach und nach unter den Teig kneten. Immer erst weitere Butter zugeben, wenn die vorherige weitgehend aufgenommen wurde. Anschließend nochmal etwa 3 Minuten weiter kneten. Der fertige Teig ist elastisch, glänzend und etwas klebrig.
  • Die Konsistenz soll etwas weicher als bei Hefeteig sein, eher wie fester Rührteig.

Erste Ruhezeit

  • Den Teig abdecken und bei Raumtemperatur etwa 10-12 Stunden gehen lassen, bis sich sein Volumen vergrößert hat und er luftiger wirkt. Die genaue Dauer hängt stark von der Raumtemperatur und der Triebkraft eures Sauerteigansatzes ab.

Zweite Ruhezeit

  • Den Boden einer 26-28 cm großen Springform mit Backpapier auslegen. Den Rand leicht einfetten. Den Teig hineingeben und mit angefeuchteten Fingern oder einem Teigschaber gleichmäßig bis zum Rand verteilen. Dabei möglichst wenig Luft herausdrücken.
  • Sauerteigkuchen in Form
    Den Teig abgedeckt nochmals etwa 1.5-3 Stunden gehen lassen. Er ist bereit zum Belegen, wenn er nochmal sichtbar aufgegangen ist und Bläschen zeigt.

Belegen und Backen

  • Sauerteigkuchen belegen
    Den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Kuchenboden nach Belieben belegen; siehe Tipps.
  • Sauerteigkuchen nach dem Backen
    Sauerteigkuchen etwa 33-38 Minuten backen. Wird die Oberfläche zu dunkel, den Kuchen während der letzten 10 Minuten locker mit Backpapier oder Alufolie abdecken. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, vollständig abkühlen lassen und anschließend aus der Form lösen.

Anmerkungen

  • Belag: Für den Sauerteigkuchen eignet sich quasi jeder Belag, der auch für einen Hefekuchen passt. Ich habe ihn gedanklich „geviertelt“ und verschieden belegt. Gut schmecken zum Beispiel Apfel- oder Aprikosen-Spalten, geviertelte Zwetschgen oder Johannisbeeren sowie Mandelblättchen, -splitter und Streusel. Für eine 26-cm-Form reichen etwa 1.5-2 Äpfel oder 4 Aprikosen oder 200 g Beeren.
  • Streusel: Für die Streusel nach dem Grundrezept etwa 100 g Mehl, 50 g Zucker und 70 g kalter Butter verwenden.
  • Zeiten: Die Gehzeiten sind nur Richtwerte. Je wärmer es ist und je aktiver euer Sauerteig, desto schneller entwickeln sich sowohl der Sauerteig als auch der Kuchenteig. Entscheidend ist, dass der Sauerteig sich deutlich vergrößert, aber noch nicht wieder eingefallen ist, und der Teig sichtbar luftig geworden ist.

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